Mediator

In der westlichen Welt und besonders auch in Deutschland wird sehr viel gestritten. Sowohl die Dynamik des sozialen Veränderungsprozeßes als auch die Komplexität und Unüberschaubarkeit vieler Lebens- und Arbeitszusammenhänge lassen Konflikte entstehen. Persönliche Streitigkeiten, Konflikte am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen sozialen Interessengruppen sind im Alltag unseres Lebensraums unvermeidlich.

Anwendungsbereiche

Mit solchen Spannungen konfrontiert, reagieren die meisten Menschen mit starken Gefühlen, was die Lage häufig ausweglos erscheinen lässt. Die Hilfe Dritter zur Vermittlung und Versöhnung in Anspruch zu nehmen, gewinnt sowohl im persönlichen als auch in institutionellen Bereichen immer mehr an Bedeutung. Mediation, außergerichtliche Streitbeilegung oder Täter-Opfer-Ausgleich sind verschiedene Formen derartiger Drittinterventionen. Unter fachkundiger Anleitung von Mediatoren, Mediatorinnen oder Mediationsteams werden alle an einem Konflikt Beteiligte ermutigt und unterstützt, Lösungen für ihre Probleme zu finden. Die Konfliktparteien bleiben verantwortlich für Inhalt und Ziele des Verfahrens, während der Mediator die Streitparteien bei der Verständigung über ihre Interessen unterstützt. Die Mediatoren leiten den Verhandlungsprozess und die Kommunikation über Sichtweisen, Gefühle und Bedürfnisse.

Ziel einer Mediation ist es, die Konfliktparteien zu unterstützen, ihre Wahlmöglichkeiten zu erweitern und einvernehmliche, für alle Seiten gewinnbringende und damit zufriedenstellende Lösungen zu finden. Diese sogenannten Win-Win-Lösungen werden in einer Mediationsvereinbarung festgehalten und ihre Praktikabilität überprüft.

Ausbildungsinhalte

  • Definition von Mediation
  • Historische und kulturelle Wurzeln der Mediation
  • Einführung des ethischen Selbstverständnisses für Mediation
  • Rahmen der Mediation
  • Konflikttheorien und persönlicher Bezug zu Konflikten
  • Multidisziplinärer Hintergrund der Mediation
  • Anwendungsbereiche der Mediation und Abgrenzung zu anderen Interventions-Verfahren
  • Phasen der Mediation und Interventionen
  • Haltung, Rollenverständnis und Selbstkonzept des Mediators
  • Gesprächs- und Interventionstechniken
  • Bearbeitung von Konfliktfällen mit Supervision
  • Selbsterfahrung und Selbstreflexion
  • Grundkenntnisse aus Psychologie, Sozial- und Kommunikations-Wissenschaften
  • Professionalisierung und Selbstvermarktungsstrategien (Marketing)

Unterrichtsmethoden

Entsprechend den Prinzipien der Mediation arbeiten wir prozess- und handlungsorientiert. Selbstbehauptung und Einfühlungsvermögen der Kursteilnehmer werden gestärkt mit einer Vielzahl von Lehrmethoden:

  • Einzelarbeit, Kleingruppenarbeit und Arbeit im Plenum
  • Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Feedback, Intervention und Supervision
  • Moderationsmethoden
  • Videoselbstbeobachtung
  • Entspannung und Spiele
  • Coaching
  • Projektarbeit

Mediation ist mehr als eine Methode, sondern eine Haltung im Umgang mit zwischenmenschlichen Spannungssituationen. Es geht in dieser Ausbildung daher nicht nur um das Erlernen der notwendigen Kommunikations- und Mediationstechniken, sondern auch um eine innere Weiterentwicklung.

Die Ausbildung basiert neben den Vorgaben der großen Verbände für Mediation (Inhalte, Dauer von 200 Zeitstunden) auf der Grundlage der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Sie kann als hochwertige Fortbildung für Psychologen, Pädagogen, Führungskräfte und Juristen absolviert oder als eigenständiges Berufsbild des Mediators umgesetzt werden.

Impressionen aus dem Mediationskurs

Fachausbildungen & Seminare zum Thema Mediator

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Seminar Ort Datum Dozent
Kostenfreier Infoabend: Fachausbildung z. Mediator/in Tübingen

28.01.2017 Stephan Aussersdorfer
Fachausbildung z. Mediator/in Tübingen

28.07.2017 Stephan Aussersdorfer
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