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Marlies Bergmann - Clicker für den Hund - Psychologie für den Menschen Der Hund als Spiegelbild | |
Nicht der Hund, sondern vor allem der Besitzer muss sein Verhalten überdenken, fordert Marlies Bergmann. Das Problem der falschen Kommunikation zwischen Mensch und Tier löst sie mit positiver Verstärkung für den Hund und Theoriestunden für den Halter. | |
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Wie erfolgreiche Hundeerziehung funktioniert, weiß jeder: mit Konsequenz, Fairness, Geduld und Liebe - dann wird aus dem Hund ein partnerschaftlicher Begleiter. Doch der Alltag in Deutschland sieht anders aus: "Wenn der Hundebesitzer kommt, um sich seine Position gegenüber dem Hund zu erarbeiten, ist schon etwas schief gelaufen", weiß Marlies Bergmann. |
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Ein komplett anderes Wesen
"Deswegen erziehe ich zu 80 Prozent den Halter und nur zu 20 Prozent den Hund." Wer seinen Hund bei Marlies Bergmann trainieren will, muss deshalb zunächst drei Stunden Theorie pauken. Vermittelt werden hier vor allem Erkenntnisse des renommierten Verhaltensforschers Eberhard Trumler. So manchem Hundehalter geht dabei ein Licht auf: Das wuschelige "Baby" neben ihm ist eben doch ein kleines Raubtier, das so manche menschliche Höflichkeit als Rangaufwertung betrachtet - und sie irgendwann auch verteidigt. "Der Hund ist keineswegs unglücklich, wenn er geführt wird, im Gegenteil. Doch wenn ich am Verhalten des Tieres etwas andern möchte, muss ich erst mein eigenes andern", so Bergmann. |
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Die Hundetrainerin spricht aus Erfahrung: In ihren Anfangszeiten trainierte sie die Vierbeiner ohne ihre Besitzer. Die Hunde waren im Unterricht vorbildlich - bis sie über die eigene Türschwelle traten. Dort fielen sie sofort in ihren alten Trott zurück. Denn an der Einstellung der Hundehalter und den Lebensumständen der Tiere hatte sich ja nichts verändert. Seitdem versucht Bergmann eine Botschaft zu vermitteln: "Ein Hund ist genauso zeitaufwendig wie ein Kind - nur schwieriger: schließlich muss man sich auf ein komplett anderes Lebewesen einstellen." Leider seien sich dessen nur die Wenigsten bewusst: "Erst wenn man den Hund fordert und sich intensiv mit ihm beschäftigt, nimmt er einen ernst." Schmusen und spazieren gehen, das reiche nicht aus: "Wenn ich einen Hund habe, habe ich auch die Pflicht, ihn zu beschäftigen." Von der weit verbreiteten Meinung, man sollte seinen Hund erst mit einem Jahr in die Hundeschule bringen, hält sie wenig. |
| Eine solide Basis
"Das erste Jahr ist das schwierigste und zeitintensivste. Wer hier die richtige Basis legt, ist aus dem Gröbsten raus." Spielerisch werden die Welpen in Bergmanns Vorschule an Grundkommandos wie Sitz, Steh, Platz und Komm herangeführt. Sie lernen an der Leine zu gehen, ohne zu ziehen, und absolvieren leichte Verkehrsübungen. Der Ablauf ist flexibel, herumtollen auf dem Abenteuerspielplatz gehört dazu: "Wenn sich ein Hund beim Training verweigert, stelle ich nicht das Tier in Frage, sondern die Situation, in der es sich befindet." Einzelstunden für Welpen verweigert die Hundetrainerin aus Überzeugung: "Für einen Welpen ist Einzelunterricht verheerend. Man kann dem Kleinen nicht zumuten, sich eine Stunde lang ununterbrochen zu konzentrieren. Der Gruppenunterricht ist außerdem Teil der Sozialisierung." |
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Die korrekte Strafe
Auch bei der Umerziehung tue sie gute Dienste. Trotz der sanften Methoden sei ihre Erziehung nicht antiautoritär: "Natürlich muss ich meinen Hund zurechtweisen, wenn es die Situation erfordert." Deshalb lernen die Hundebesitzer in den ersten Stunde unter anderem die korrekte Anwendung des Schnauzengriffs. |
Marzena Fiok | |