Elektroakupunktur nach Voll
(EAV)


Hp. Kurt W. Seifert

Bei der Elektroakupunktur nach Voll (EAV) wird mit Hilfe eines Messgerätes die Leitfähigkeit des Gewebes geprüft. Durch diese Methode können krankhafte Vorgänge im Körper erkannt werden, bevor ein irreparabeler Schaden entstanden ist. Mit der EAV können auch Arzneimittel (meist homöopathische Substanzen) auf ihre individuelle Wirkung auf den Patienten getestet werden. Durch schwache elektrische Ströme die das EAV Gerät abgibt, kann die Behandlung bei Bedarf ergänzt werden.

Geschichte:

Entwickelt wurde diese Diagnose- und Therapieform 1971 von dem Arzt Dr. Reinhold Voll. Er entwickelte das Gerät aufgrund einer eigenen Erkrankung. Dr Voll erklärt, dass er in seine Diagnose- und Therapieform Gedankengut aus der Akupunktur und aus der Homöopathie eingebracht habe. Das Gerät misst einerseits den Widerstand an bestimmten Punkten der Hautoberfläche (zum Teil Punkte aus den verschiedenen Akupunkturkonzepten, zum Teil selbst gefundene Punkte), andererseits ist es in der Lage, schwache elektrische Impulsströme abzugeben.

Zur Elektroakupunktur nach Voll gehört auch die sog. Herdlehre, die sich aber nicht wesentlich von dem Gedankengut Ferdinand Huneckes - dem Begründer der Neuraltherapie - unterscheidet.

Mögliche Herde können sein:

  • chronisch entzündete, vergrösserte und vernarbte Mandeln
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  • erkrankte Zähne
  • chronische Entzündungen von inneren Organen (Blinddarm, Prostata)
  • Gifte im Körper, zum Beispiel Amalgam-Plomben in den Zähnen
  • Narben, die Störfelder ausgebildet haben

Die Technik:

Wie bei jeder anderen Behandlungsform muss auch bei der EAV zunächst eine genaue Anamnese erhoben werden. Der Therapeut bekommt dadurch die ersten Hinweise, welche Probleme vorliegen könnten. Wichtig ist es auch, den Patienten über seinen Arbeitsplatz, seine Essgewohnheiten und über eventuell bestehende Allergien zu befragen.
Das EAV-Gerät besteht aus einem Mess- und einem Therapieteil. Während der Untersuchung hält der Patient einen mit dem Gerät verbundenen Metallgriff in der Hand, die sogenannte indifferente Elektrode. Mit einer Punktelektrode misst nun der Therapeut den Hautwiderstand an klar definierten EAV-Messpunkten. Diese Punkte befinden sich vor allem an den Händen und an den Füssen, sowie im Gesicht. In der Regel - Ausnahmen bestätigen die Regel - handelt es sich um Akupunktur-Terminalpunkte. Bei den Messungen bewegt sich der Zeiger einer Skala, die von 0 bis 100 geht, in Richtung 100 und bleibt dann auf einem bestimmten Wert stehen.

Die Höhe dieses Wertes gibt Auskunft über die Art der vorliegenden Erkrankung:

Gemessener WertHinweisdiagnose
90 - 100Akute Entzündung, Giftwirkung, Allergie
60 - 90Akute und chronische Entzündungen, Überfunktion von Organen
50 - 60Normbereich, gute Regulationsfähigkeit des zugehörigen Organsystems
40 - 50Abnützungserscheinungen der Organe, Unterfunktion von Organen
unter 40Schwere Organerkrankung mit Zelluntergang und Narbengewebe

Mit dem EAV-Gerät kann der Therapeut auch testen, welche Medikamente sich am besten zur Behandlung der Beschwerden eigenene, Meistens handelt es sich um phytotherapeutische oder homöopathische Präparate oder um Nosoden. Nosoden sind Aufbereitungen von Zellbestandteilen aus erkranktem Gewebe oder aus Körperabsonderungen erkrankter Menschen (siehe auch Menüpunkt Basistherapien > Nosoden). Dem Therapeuten stehen Testsätze dieser Stoffe zur Verfügung, die in ein "Wabe" gestellt und in den Stromkreis des EAV-Geräts eingebracht werden.

Wenn der zwischengeschaltete Stoff den Ausschlag der Nadel nach oben oder unten verstärkt, kann er an der Erkrankung ursächlich beteiligt sein. Nähert sich der gemessene Wert durch die Zwischenschaltung dem Bereich 50 bis 60, ist die Substanz für die Therapie geeignet. In der Regel werden werden die Präparate dann dem Patienten injiziert.

Einsatzmöglichkeiten der EAV:

Prinzipiell kann die Elektroakupunktur nach Voll bei allen Befindensstörungen eingesetzt werden.
Besonders oft wird die EAV bei folgenden Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt:

  • Allergien unklaren Ursprungs
  • Zahn- und Kiefererkrankungen
  • Krebsleiden
  • Beschwerden durch die Einwirkung von giftigen Stoffen
Nebenwirkungen:

Bei sachgemässer Durchführung der EAV-Diagnose und Therapie sind keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten. Wichtig ist jedoch, dass der EAV-Therapeut seine Grenzen kennt und den Patienten bei unklaren, akuten oder bedrohlichen Erkrankungen in die Hand der Schulmedizin gibt.





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