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Das Immunsystem und seine Bedeutung für die Gesundheit
Ab dem Moment, in dem ein Mensch geboren wird, dringen Millionen und Abermillionen Krankheitserreger auf ihn ein: Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Diesen Angriffen kann sich niemand entziehen.
Manche dieser Krankheitserreger sind so gefährlich, daß ein geschwächter, vor allem aber ungeschützter Körper in wenigen Stunden, ja Minuten, sterben würde. Daß wir dennoch überleben und relativ selten krank werden, verdanken wir unserem körpereigenen Immunsystem.
Eine totale Sterilität gibt es nicht. Nicht einmal in einem der modernsten Operationssäle, in einem sog. Hochsterilitätstrakt, befinden sich noch einige tausend Krankheitserreger in jedem Kubikmeter Luft. |
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Es ist eine enorme Leistung, die unser Körper erbringt, um sich dieser Armee von Feinden zu erwehren.
Man kann durchaus Begriffe aus dem Militärbereich verwenden, da in unserem Körper jederzeit, von der Geburt bis zum Moment des Todes, ein Krieg stattfindet, mit andauerndem Angriff und Verteidigung.
Die Angreifer habe ich bereits aufgezählt: Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten.
Nun zu den Verteidigern: In der ersten Verteidigungslinie steht die allgemeine "Gesundheitspolizei". Hierbei handelt es sich um eine bestimmte Form weißer Blutkörperchen, die sich in den verschiedenen Körperflüssigkeiten, in der Schleimhaut der Luftwege, des Magens und des Darmes befinden. Diese erste Verteidigungslinie ist so perfekt, daß die meisten Angriffe bereits hier zurückgeschlagen werden, ohne daß die Angreifer weiter in den Körper eindringen können. Dieser Abwehrkampf findet in jeder Sekunde unseres Lebens statt, ohne daß wir auch nur das Mindeste davon bemerken. Auch wenn es den Angreifern gelingt, tiefer in den Körper einzudringen, besteht keine Gefahr. Selbst dieses tiefere Eindringen, wird in aller Regel vom Menschen nicht bewußt wahrgenommen. Bei einem weiteren Eindringen stehen bereits weitere Truppen bereit. Die jetzt in den Kampf eingreifende Spezialtruppe bildet sog. Antikörper. Sie dienen dazu, die Angreifer zu erkennen. Dieses "Erkennungsmolekül" ist geformt wie ein Ypsilon und ist auf den, zu den weissen Blutkörperchen gehörenden B-Zellen aufgelagert. Die Immunglobuline (Antikörper) sind von solch unterschiedlicher Art, daß es für fast jedes eindringende Bakterium einen eigenen Erkennungscode gibt. |
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Die "Gesundheitspolizei" muß allerdings irgendwann im Leben schon einmal Kontakt mit dem Erreger gehabt haben, sei es durch Impfung oder durch eine bereits durchgemachte Erkrankung, damit dieses Erkennungssystem funktioniert.
Nehmen wir an, eine B-Zelle, die den Antikörper für das Diphterie Bakterium (Corynebacterium diphteriae) trägt, trifft auf genau diesen Erreger. Dann erkennt der Antikörper sofort das spezifische Antigen des Bakteriums. Die B-Zelle ändert daraufhin seine Struktur und verwandelt sich in eine Plasmazelle.
Die Plasmazelle produziert große Mengen spezifische Antikörper, die gegen das Bakterium gerichtet sind. Über einen Botenstoff fordert die Plasmazelle die Hilfe der Makrophagen und der T-Helferzellen an, die ihr sofort zur Hilfe eilen.
Es ist durchaus richtig zu sagen, daß die T-Helferzellen den B-Zellen zur Hilfe eilen.
Es ist tatsächlich so, daß man bei den weißen Blutkörperchen von eigenständigen kleinen Lebewesen sprechen kann, die untereinander kommunizieren und sich auch teilweise frei im Blutstrom, im Lymphstrom und im Gewebe bewegen können. |
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Die Antikörper lagern sich nun an das Bakterium an und machen es unbeweglich.
Die Makrophagen, zu deutsch Riesenzellen, zu denen die Phagozyten (Fresszellen) gehören, vernichten nun diesen Zellverbund.
Die meisten Abwehrvorgänge werden von den T-Zellen gesteuert. Ihre Aufgabe ist es, zu unterscheiden, welche Zellen dem Körper schaden können. Sie erkennen, welche Zellen Eindringlinge und welche Zellen körpereigen, also lebenswichtig sind. In der Thymusdrüse, die sich in der Pubertät wieder zurückentwickelt, lernen die T-Zellen, die Phagozyten und auch die B-Zellen zu unterstützen. Hier werden sie auch vervollständigt, indem ihnen spezielle Andockstellen (Rezeptoren) auf die Oberfläche aufgepfropft werden. Mit diesen Rezeptoren können sie dann später die Krankheitserreger erkennen und binden.
Drei Gruppen von T-Zellen sind bekannt:
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Bislang wurde nur über die Abwehr von Bakterien gesprochen. Für den Körper sind diese Eindringlinge relativ leicht zu erkennen und zu bekämpfen. Aufgrund des eigenen Stoffwechsels, des Fremdeiweißes und der Größe der Bakterien sind die Angriffssignale deutlich ausgeprägt. Etwas anderes und fuer den Körper weitaus schwieriger ist es, Viren zu erkennen und zu eleminieren. Im Gegensatz zu den Bakterien, kann man Viren nicht als Lebewesen bezeichnen, weil sie über keinen eigenen Stoffwechsel verfügen. Man kann Viren als den Übergang von unbelebter zu belebter Materie bezeichnen. Viren sind außerordentlich klein. Sie bestehen nur aus einem Stück Erbsubstanz, welches von einer Eiweißkapsel umgeben ist. Ein in den Körper eingedrungener Virus, kann von der körpereigenen Abwehr zunächst nicht erkannt und somit auch nicht angegriffen werden. Das erklärt die große Gefahr, die von den Viruserkrankungen ausgeht. |
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| Um sich vermehren zu können, muß das Virus zunächst an eine Zelle andocken. Nach diesem Manöver durchdringt es die Zellmembran und dringt bis in den Zellkern vor. Im Zellkern gibt es die eigene Erbsubstanz frei und klinkt sich mit seiner DNS in die DNS der Körperzelle ein. Dadurch wird die Erbinformation der Wirtszelle modifiziert. Sie beginnt nun die Erbsubstanz und die Hüllproteine des Virus zu produzieren. Wenn sich die Krankheitserreger in der ersten befallenen Zelle genügend vermehrt haben, explodiert die Zelle regelrecht und setzt die neu gebildeten Viren frei, die wiederum in gesunden Körperzellen eindringen und die Produktion von Viren beginnt von neuem. Es ist eine Kettenreaktion, wie wir sie aus der Atomphysik kennen. Immer schneller und schneller vermehren sich die Viren und überschwemmen schließlich den gesamten Körper mit ihren krankheitsauslösenden Fehlinformationen. Der Organismus wäre unweigerlich dem Untergang geweiht, wenn es nicht auch hier einen Schutzmechanismus gäbe. Die Aufgabe des Immunsystems ist es, die modifizierten Zellen so schnell wie möglich zu erkennen und zu zerstören. Die Natur hat in den Körper, d.h. in die Zellen, einen sinnvollen Schutzmechanismus eingebaut. Die modifizierten Zellen, bringen ein Virus-Protein als Antigen nach außen auf die Zelloberfläche. Diese Strukturen, sog. MHC-Molekuele (MHC= Major Histocombabitility Complex), können nun von den T-Killerzellen erkannt werden und der weitere Ablauf der Erregerbekämpfung läuft von hier an ähnlich ab wie bei der Bakterienbekämpfung. Die T-Killerzellen bemühen sich mit aller Kraft, die befallenen Zellen zu zerstören, damit sich das Virus nicht weiterhin ungebremst vermehren kann. In der Theorie funktioniert die Abwehr außerordentlich gut. Leider ist es jedoch so, dass die Virenen eine eigene, erschreckend raffinierte Überlebensstrategie entwickelt haben. Viele Virusgruppen verändern ständig ihre Gestalt. Sie maskieren sich, indem sie die Bausteine ihrer Aminosäuren auf der sie umgebenden Eiweißhülle ständig modifizieren. Sie überlisten damit den Wiedererkennungsmechanismus der T-Killerzellen und auch den der in der ersten Front stehenden B-Zellen. Ein gutes Beispiel für diese Strategie ist das Grippevirus. Immer wieder können wir an Grippe erkranken, weil es eine Generalimpfung aufgrund der dauernden Virusveränderung nicht geben kann. Jährlich muß die WHO aufgrund von Statistiken festlegen, gegen welche Grippevirusabart geimpft werden soll. Ein ganz besonderer Fall ist natürlich der AIDS-Erreger. Nicht nur, daß er seine Form laufend verändert, er greift ausgerechnet fast ausschließlich die T-Zellen an, modifiziert sie und benutzt sie, um sich selbst zu vermehren. Da die T-Zellen die Hauptkoordinatoren des Immunsystems sind, ist der Zusammenbruch der Abwehrkräfte vorprogrammiert.
Es gibt natürlich noch viele andere Gruppen von Abwehrzellen, und so einfach, wie ich das Immunsystem dargestellt habe, ist es in Wirklichkeit nicht. Ich mußte jedoch der der Allgemeinverständlichkeit Rechnung tragen.
Um alle Abläufe des Immunsystems zu verstehen, bedarf es eines speziellen Studiums der Histologie und der medizinischen Biochemie. Die Lehrbücher umfassen mehrere tausend Seiten.
Einiges habe ich jedoch noch hinzuzufügen, auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Aber das kann für das Allgemeinverständnis dieses so außerordentlich wichtigen Themas nur gut sein.
Es ist bisher so viel von den verschiedenen wei'en Blutkñrperchen, den Leukozyten, gesprochen worden, da' es nun an der Zeit ist, uns einmal anzusehen, wo sie entstehen.
Die Wiege aller Blutzellen, seien es die wei'en oder die roten, ist das rote Knochenmark.
Es wiegt beim erwachsenen Menschen ca. 4 Kilogramm. Man kann es als das, vom Gewicht her, größte Organ des Menschen bezeichnen.
Beim Erwachsenen finden wir das rote Knochenmark in den Schädelknochen, in den Knochen des Schultergürtels, in den Rippen, im Beckenknochen und in den Knochen der Wirbelsäule.
In jeder Sekunde des Lebens (im Senium weniger), werden hier ca. zwei Millionen (!) neue Blutzellen gebildet und in die Blutbahnen eingeschleust. In einem Kubikmillimeter Blut finden sich ungefähr 5 Millionen rote Blutkörperchen (Erzthrozyten), zwischen 8000 und 10 000 weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und 300 000 Blutplättchen (Thrombozyten). Zusammenfassend sei gesagt: Unser Immunsystem ist ein Wunder der Natur und ein Garant für unser Leben. Ohne dieses System gäbe es kein Leben auf der Erde. Wie ich bereits sagte, konnte ich nicht alle Mechanismen des Systems beschreiben, dieses Thema ist fast unerschöpflich und fast täglich kommen neue Erkentnisse hinzu. Um den Organismus zu stärken und das Immunsystem aufzubauen werden folgende Therapien eingesetzt: Unter Eigenblutbehandlung versteht man die Injektion von
frisch entnommenem Venenblut in einen Muskel zur Aktivierung des Immunsystems.
Vorgehen: Unter Eigenurinbehandlung versteht man die Injektion
kleiner Mengen frisch ausgeschiedenen Urins in einen Muskel um krankhafte Prozesse
günstig zu beeinflussen.
Vorgehen: Die Thymusdrüse ist eines der wichtigsten Organe unseres
Immunsystems. Sie liegt wie ein großer Lappen hinter dem Brustbein neben dem Herzen. In
der Kindheit spielt die Thymusdrüse eine wichtige Rolle bei der Prägung von Immunzellen
und produziert das Hormon Thymosin. Im Laufe des Lebens verfettet die Thymusdrüse. Aus
diesem Grund stellt sie ihre Funktion nach und nach ein und reduziert die
Hormonausschüttung.
Anwendung Die Misteltherapie wird eingesetzt zum Aufbau, Stärkung
und Regeneration des Immunsystems vor, während und nach einer Krebstherapie mit
Bestrahlung, Chemotherapie und/oder Operation, um eine Verbesserung der Lebensqualität zu
erreichen. In seltenen Fällen kommt es bei individuell richtiger Dosierung auch zu einem
Wachstumsstillstand oder gar zu einem Tumorrückgang.
Anwendung Bei der Vitamin- und Mineralstofftherapie werden je nach
Grunderkrankung fehlende Vitamine und/oder Mineralstoffe ergänzt und in therapeutischer
Dosis appliziert.
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