Die Osteopathie
Hp. Kurt W. Seifert


Die Bewegung der Schädelknochen aus der Sicht der Osteopathie

Den Osteopathen kann man als den Ingenieur des Körpers bezeichnen.

Seine "Werkzeuge" sind:

  • sein Wissen
  • seine Hände

und sein persönliches, therapeutisches Engagement: "Der Wunsch, dem Menschen Gutes Tun zu wollen".

Palpatorisch funktionelle Techniken sind das "Werkzeug" eines Osteopathen. Seine Ausbildung in der klassisch traditionellen Osteopathie ermöglicht ihm, diese in einer therapeutisch sinnvollen Sequenz einzusetzen:

Der Osteopath kennt die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Systemen (Nervensystem, Muskel-Skelett-System. Atemsystem, Herz-Kreislaufsystem, Verdauungssystem etc.) und kann dadurch seine Anamnese, Untersuchung und Behandlung so organisieren, daß er eine zentrale Blockierung innerhalb der Funktionseinheit des gesamten Körpers finden, definieren und behandeln kann. So findet der Körper wieder zu seiner Gesundheit zurück entsprechend den bereits 1885 von Andrew Taylor Still formulierten Konzepten:

  • Die Rolle der Arterie ist absolut.
  • Der Körper ist eine Funktionseinheit.
  • Die Funktion regiert die Körperstruktur und vice versa.
  • Der Körper besitzt die Fähigkeit der Selbstregulierung.

Osteopathen diagnostizieren und therapieren mit den Händen. Ob durch gezielten Druck auf den Schädelknochen, sanftes Drehen des Kopfes oder kräftiges Bohren mit den Fingerspitzen in einen Muskel - die Techniken der Osteopathie wirken bei vielen Erkrankungen. Oft bei Beschwerden, für die die Schulmedizin keine organische Ursache findet.

Ziel jeder osteopathischen Behandlung ist es, den Körper in seinen Funktionen zu unterstützen und damit die Selbstheilungskräfte anzuregen. Die osteopathischen Techniken mobilisieren auf sanfte Art auch die bindegewebigen Strukturen des Körpers. Auf diese Weise ist eine bessere Durchblutung und Aktivität aller Gewebe möglich und die "Warnlichtfunktion" von Symptomen erübrigt sich. Häufig sind die Beschwerden bereits nach der ersten Behandlung gebessert oder sogar ganz verschwunden.

Die traditionelle amerikanische Osteopathie legt, so wie ihr geistiger Vater, der Arzt Andrew Taylor Still es gelehrt hat, ihren Schwerpunkt auf die Behandlung des Bewegungsapparates. Deswegen wird die in Europa praktizierte Form, die auch den kraniosakralen Teil und den Bereich der inneren Organe in die Behandlung integriert hat, eher als traditionelle Osteopathie bezeichnet.

Bei jeder osteopathischen Behandlung sollte jedes der drei großen Systeme der Osteopathie Beachtung finden

  • Die parietale (abgeleitet von dem lateinischen Begriff "Paries" für "Wand, Wandschicht eines Organs, Muskels oder einer "Körperhöhle") Osteopathie, zur Behandlung des Muskel-Gelenk-Systems,
  • die viszerale (lateinisch von "Viscera", der Bezeichnung für "Eingeweide") Osteopathie, zur Behandlung der inneren Organe und
  • die craniosakrale (abgeleitet vom Lateinischen "Cranium" = "Kopf" und "Sacrum" = "Kreuzbein") Osteopathie, zur Behandlung des Schädels und des Kreuzbeins sowie der dazwischenliegenden Strukturen einschließlich des Gehirns und des Rückenmarks.

Die gesamte Osteopathie ruht auf vier Grundpfeilern, die man auch als ihr philosophisches Konzept bezeichnen könnte.

  1. Sämtliche Körperfunktionen hängen von der gut funktionierenden Ver- und Entsorgung durch das Gefäß- und Nervensystem ab.

    Zu den möglichen Ursachen, die eine freie Zirkulation im Gefäßsystem einschränken, gehören Herzschwäche und Arterienverkalkung. Doch auch Überlastung von Gelenken, Überdehnungen von Bändern, Gelenkblockierungen oder angespannte, bzw. verspannte Muskulatur oder Faszien können die Versorgungs- und Entsorgungsfunktion durch Arterien, Venen und das Lymphsystem behindern. Solche Störungen stehen aus osteopathischer Sicht damit auch den Selbstheilungskräften des Körpers im Wege.

  2. Funktion und Struktur

    Das Zusammenspiel von Funktion und Struktur ist eines der wichtigsten Prinzipien der Osteopathie. Ist eine bestimmte Struktur gestört, kann sie nicht mehr ihre volle Funktion ausüben. Der Körper wird dies versuchen, so weit wie möglich zu kompensieren.
    Indem der Osteopath mit seinen Händen die Bewegungen und Grundspannung der Strukturen (Muskeln, Faszien, Knochen, Gelenke) überprüft, kann er Rückschlüsse auf gestörte Funktionen ziehen. Wird die Struktur behandelt, wirkt dies auch positiv auf die Funktion zurück. Diese Möglichkeiten des Körpers, mit Streß oder schädlichen Einflüssen umzugehen, bestimmen, wie lange eine Belastung kompensiert werden kann, bzw. wenn diese zu lange besteht, wann es zu Symptomen oder sogar zur Krankheit kommt.

  3. Selbstheilungskräfte des Körpers

    Danach strebt der Körper an, bei von außen kommenden Belastungen und drohenden Schäden für die Gesundheit Selbstregulations- und Selbstheilungskräfte in Gang zu setzen. Hierzu gehören z. B. so überlebenswichtige Prozesse wie die Fähigkeit des Immunsystems (siehe auf unserer Hauptseite den Link "Naturheilverfahren > Immunmodulation) Abwehrzellen zu bilden, sowie die Blutgerinnung, die Narbenbildung (auch neuraltherapeutisch zu behandeln! Siehe "Naturheilverfahren > Neuraltherapie) oder auch die Neubildung von Knochen nach einem Bruch. Auch hierbei spielen die Adern und Lymphbahnen sowie das Nervensystem als wichtige Transportbahnen eine große Rolle.
    Die Osteopathie selbst kann nicht heilen, möchte jedoch alles in ihren Möglichkeiten liegende unternehmen, um diese Selbstheilungskräfte des Menschen zu aktivieren.

  4. Der menschliche Körper ist eine Einheit, in der kein Teil völlig unabhängig vom ganzen Organismus funktioniert.

    Diese Sicht der Dinge erklärt, warum Störungen in einer Körperregion Ursachenketten auslösen können, die schließlich den gesamten Organismus betreffen. Dabei machen u.a. die miteinander in Verbindung stehenden Faszien (bindegewebigen Umhüllungen) den Körper zu einer Funktionseinheit, mit der der Osteopath gut arbeiten kann.

Geschichtliches

Die Geschichte der Osteopathie begann vor rund 130 Jahren, als der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1828 - 1917) erkannte, daß das Wissen der damaligen Schulmedizin und ihre Heilungserfolge mehr als mangelhaft waren.
Hilflos hatte er mit ansehen müssen, wie vier seiner Kinder und seine erste Frau an Infektionskrankheiten starben. Er suchte nach neuen Wegen der Diagnose und Behandlung von Krankheiten - ohne Medikamente oder Hinzunahme von chirurgischen Verfahren. Bereits als junger Arzt trug er in seinen Jackentaschen immer ein Sortiment von Knochen herum. Schließlich kannte er den Knochenbau des Menschen bis ins letzte Detail und sah bei seinen Patienten, wie auch geringfügige Veränderungen an Knochen, Gelenken oder Muskeln den gesamten Organismus beeinflussen können.
Er verbrachte Jahre damit, eine eigene Wissenschaft zu entwickeln, um durch geübte Diagnose mit den Händen und mit Hilfe von Behandlungen von Geweben die Beweglichkeit und Funktion der Körperstrukturen wiederherzustellen.
Still war davon überzeugt, daß es körpereigene Selbstheilungskräfte gibt, die viele Störungen unbemerkt regulieren. Gelingt dies dem Körper nicht mehr, genügt oft ein kleiner Reiz von außen z. B. mit einer osteopathischen Technik, um die körpereigene Regulation wieder in Gang zu bringen.

Andrew Still selbst bezeichnete den 22. Juli 1874 als die "Geburtsstunde der Osteopathie", nachdem er bereits jahrelang bei der Diagnose und Behandlung die osteopathischen Verfahren anwandte, wie sie bis heute gelehrt werden. Seine Behandlungen halfen nicht nur gegen Hexenschuß und Arthose, sondern auch bei Asthma und Grippe und obwohl er von seinen ärztlichen Kollegen erheblich angefeindet wurde, hatte er bald mehr Patienten, als er behandeln konnte.
Dabei behandelte er die jeweilige Erkrankung (griechisch: pathos = das Leiden) stets über den Weg des Bewegungsapparates und des Knochengerüstes (griechisch: osteon = Knochen) und kombinierte beide Wörter zu "Osteopathie". Auch in der Schulmedizin existiert dieser Begriff. Er hat hier jedoch eine ganz andere Bedeutung und faßt alle möglichen Knochenerkrankungen zusammen.
(Osteopathie f: (engl.) osteopathy allg. Bez. für Knochenerkrankung. Pschyrembel)

Heute betrachtet die Osteopathie nicht nur den Bewegungsapparat, sondern darüber hinaus auch die funktionellen Zusammenhänge mit den Organen sowie mit dem Gefäß- und Nervensystem.
Im Laufe der Zeit entstanden auf der Grundlage der Osteopathie auch andere Methoden wie die Chirotherapie. In der Arbeit von W.G. Sutherland und Harold Magoun wurde in den dreißiger Jahren das Konzept der craniosakralen (siehe Link "Craniosacrale Therapie") Therapie entwickelt und in die Osteopathie integriert. Das Ertasten und die Behandlung der inneren Organe wurde erstmals im 19. Jahrhundert durch die Ärzte Glenard und Stapfer bekanntgemacht. Der heutige Wissensstand basiert auf den Arbeiten von J.P. Barral.
Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte die Osteopathie Europa und hier zuerst England, kurz nachdem Still in Kirksville, Missouri/USA die erste Schule für Osteopathie (The American School of Osteopathy) gegründet hatte.
In den fünfziger Jahren gelangte die Osteopathie nach Frankreich. Sie gehört inzwischen in den USA und in einigen europäischen Ländern zu den bewährten, allerdings noch nicht von allen anerkannten Formen der Medizin.

Indikationen der Osteopathie

Die Osteopathie dient vor allem der Behandlung von Funktionsstörungen, also Beschwerdebildern, für die die Schulmedizin keine organische Ursache gefunden hat. Außerdem stellen sich beim Osteopathen häufig Patienten mit Beschwerden vor, die schulmedizinisch ohne bleibenden Erfolg therapiert wurden.
Da sich die osteopathische Untersuchung auf alle Körperstrukturen wie Knochen, Muskeln, Faszien, innere Organe, endokrine Drüsen etc. erstreckt, ist die Palette der behandelbaren Störungen groß, auch wenn sie schon längere Zeit bestehen.
Altersbeschränkungen gibt es nicht! Auch Neugeborene, Säuglinge und Kinder können osteopathisch behandelt werden.
Typische erwachsene Osteopathiepatienten sind solche mit z. B. Bandscheibenvorfall, Hexenschuß, aber auch Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Kopfschmerzen (Migräne), sowie Verdauungsproblemen, Störungen der Blasenfunktion, Schluckauf (Singultus), Schlafstörungen oder Menstruationsbeschwerden.

Spuck- und Schreikinder
Nach einer Zangen oder Saugglockengeburt können die hierbei auftretenden Kräfte dazu führen, daß sich Knochen des noch nicht verknöcherten Säuglingsschädels (Fontanellen) gegeneinander verschieben. Wird dies nicht korrigiert, kann es dazu kommen, daß der kindliche Schädel asymmetrisch weiterwächst. Die Osteopathie kann hier eine sehr effektive Möglichkeit sein, diese Verschiebungen zu korrigieren.
Im Bereich der konservativen Medizin wird auffälliges Schreien und Spucken von Neugeborenen und Kleinkindern häufig als Blähungen oder "Dreimonatskoliken" (syn. Trimenonkoliken; aetiologisch unklare, evtl. auf gestörte Mutter-Kind-Beziehung zurückzuführende v. a. nächtliche Schreiattacken, typischerweise im Alter von wenigen Lebensmonaten. Vorkommen auch bei brusternährten Säuglingen. Bei Ausschluß organisch-funktioneller Ursachen ohne Krankheitswert) interpretiert. Osteopathen finden bei Schrei- oder Spuckkindern überzufällig häufig Asymmetrien des Schädels hauptsächlich im Bereich des Hinterhauptsbeins oder des oberen Halswirbelbereichs. Häufig sind dadurch auch die beiden Schädellöcher an der Schädelbasis (Foramen jugulare) eingeengt. Von dieser Einengung betroffen sind dann vor allem der Eingeweidenerv (Nervus vagus), der sich durch Blähungen und Koliken bemerkbar machen kann und der Zungen-Schlund-Nerv (Nervus glossopharyngeus) - diese Kinder sabbern häufig.

Osteopath und Zahnarzt; Beispiel: Fehlbiß
Ein Osteopath kann in Kooperation mit einem Zahnarzt einen Fehlbiß behandeln. Er untersucht hier im Sitzen und testet die Stellung der Zähne und der beiden Kiefer sowie Beweglichkeit und Spannungszustand der Kiefergelenke und ihrer Muskulatur. Da die Schädelknochen aus osteopathischer Sicht nicht fest miteinander verwachsen sind, gilt den Knochennähten am Schädel (Suturen) seine besondere Aufmerksamkeit. Häufig wenden Osteopathen in solchen Fällen Techniken an, die die Schädelnähte von ihrer Spannung befreien.
Die Kieferknochen sind über Muskeln, Gelenke und Bänder auch mit Hals, Kehlkopf und Halswirbelsäule verbunden, so daß diese mitbehandelt werden. Auch Zahnspangen können die Ursache verschiedenster Beschwerden im Kopf-Halsbereich sein.

Menstruationsbeschwerden
Kommen Frauen mit Unterleibsbeschwerden zum Osteopathen, findet dieser bei der Untersuchung häufig Bewegungseinschränkungen am Kreuzbein und im Bereich der Darmbein/Kreuzbeingelenke (Ileosakralgelenke). Löst er diese und die dadurch hervorgerufenen Zugkräfte auf die Gewebe, sind meist auch die Schmerzen verschwunden.
Andersherum kann auch ein ständiger Zug der Gebärmutter an Bändern und Faszien während der Menstruation (das Gewicht der Gebärmutter nimmt während der Periode zu) zu einer Bewegungseinschränkung dieser Gelenke und damit zu Schmerzen führen. Schmerzen während der Periode können aber auch auf Probleme der Gebärmutter hindeuten, die der Körper zwischen den Perioden ausgleicht.
Ist das Kreuzbein menstruationsbedingt in seinen Bewegungen eingeschränkt, hat dies auch Auswirkungen auf den Rückenmarkssack (spinale Dura Mater), der den Rückenmarkskanal hinauf bis zum Gehirn reicht und dieses umschließt. Deshalb könnte aus osteopathischer Sicht der übermäßige Zug der Gebärmutter während der Periode bis in den Schädel hinein wirken und Kopfschmerzen auslösen.

Hexenschuß (Ischias)
Der Ischiasnerv kann z.B. durch eine Bandscheibenvorwölbung oder einen Bandscheibenvorfall in Mitleidenschaft gezogen sein und heftige bis auf die Rückseite der Beine ziehende Schmerzen verursachen. Auch ein angespannter Gesäßmuskel oder eine mechanisch oder entzündlich bedingte Einengung eines Zwischenwirbellochs können den Ischiasnerv irritieren. Durch seine genauen anatomischen Kenntnisse weiß ein Osteopath, daß z.B. das Gewebsnetz des Sigmoids (eines Abschnitts des Dickdarms) zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein/Darmbeingelenk (Ileosakralgelenk) befestigt ist. Wenn der Dickdarm ständig überlastet ist, kann seine Beweglichkeit zur Wirbelsäule hin abnehmen. Das kann Kreuzschmerzen verursachen.
Der Osteopath spürt diese Ursachen auf, behandelt bei Bedarf sowohl den Darmabschnitt, wie auch das Gelenk selbst und kann eine solche Blockade für einen langen Zeitraum auflösen.

Blinddarmnarbe
Sowohl die Entzündung, die zur Operation führte, als auch der chirurgische Eingriff selbst können an der Stelle des Übergangs vom Dünndarm zum Dickdarm (in dessen Nähe der bei einer Blinddarmoperation entfernte Wurmfortsatz sitzt) Bewegungseinschränkungen des Dünndarmgekröses zur Folge haben. Dieses steht über verschiedene Faszien mit der "Lendenwirbelsäule" in Beziehung und hat Ausläufer zum Kreuzbein/Darmbeingelenk. So ist erklärlich, warum Blinddarmnarben ebenso wie Dickdarmverklebungen zu Beschwerden an Wirbelsäule und Becken führen können. Der Osteopath kennt diese Zusammenhänge und wird auch nach inneren "Narben" suchen. Dabei ertastet er die Bewegungen des Darms, folgt möglichen Faszienspannungen und wird mit seiner Technik bemüht sein, wo immer möglich diese zu lösen, um die ursprüngliche Beweglichkeit sowohl von Organen als auch knöchernen Gelenken wieder herzustellen.

Hepatitis
Ein Osteopath kann eine Hepatitis weder behandeln noch heilen. Eine schwere entzündliche Form der Leberentzündung gehört auf jeden Fall in die Obhut eines Arztes. Da die Leber jedoch erst deutliche Beschwerden macht, wenn ihre Struktur bereits zu zwei Dritteln geschädigt ist, kann der Osteopath schon früh Probleme erkennen und sehr erfolgreich vorbeugend therapieren. Das geschieht durch Untersuchung der Eigenbeweglichkeit und Gewebestruktur der Leber, sowie der Verschieblichkeit der Leber gegenüber ihrer Umgebung.

Osteopathie als begleitende Behandlug
Schwere (z.B. Krebs; chronische Polyarthitis etc.) und akute (z.B. Hepatitis) Krankheiten können zwar begleitend behandelt werden, sie gehören aber in erster Linie in schulmedizinische Betreuung. Auch Notfälle, z.B. ein akuter Herzinfarkt oder ähnlich bedrohliche Situationen gehören im Anfangsstadium nicht in osteopathische Behandlung.
Bei seelischen Problemen oder sogar psychiatrischen Erkrankungen würde ein guter Osteopath niemals die alleinige Behandlungsverantwortung übernehmen, obwohl der sanfte Hautkontakt wegen seiner beruhigenden Wirkung psychisch durchaus stabilisierend wirken kann.
Bei manifesten Schäden im Bereich des Nervensystems, z.B. bei fortgeschrittener Zuckerkrankheit ist ebenso lediglich eine begleitende osteopathische Behandlung sinnvoll.
Durch Unfälle bedingte Verletzungen, Wunden , Knochenbrüche und Verbrennungen sollten zwar zuerst schulmedizinisch versorgt werden, da jedoch solche Verletzungen immer mit Bewegungs- und Funktionseinschränkungen der betroffenen und/oder benachbarten Gewebe einhergehen, kann in bestimmten Fällen eine osteopathische Behandlung eine sinnvolle Ergänzung sein.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
Nicht osteopathisch behandelt werden sollten hochfieberhafte und akute Infektionen, u.a. auch bakteriell bedingte Entzündungen von Organen.
Alle Fremdkörper können während einer osteopathischen Behandlung in Bewegung geraten und somit gefährlich werden. Bei Frauen, die eine Spirale tragen, sollte z.B. keine Manipulation an der Gebärmutter erfolgen. Auch Thrombosen (Blutpfropf), Gallen- oder Nierensteine können während einer osteopathischen Behandlung anfangen zu "wandern" und beginnen, Schmerzen hervorzurufen.





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