Die Fontanelle

Hp. Kurt W. Seifert

Von vielen auch von Kolleginnen und Kollegen wird das setzen einer Fontanelle (lat. der Springbrunnen) als "altmodisch" und "überholt" angesehen. Dem kann ich mich nicht anschließen.
Die Fontanelle ist eine klassische Heilmethode, die auf der Annahme beruht, daß verdorbene Säfte aus dem Körper ausgleitet werden müssen. Es ist also eine Ausleitungstherapie, die eine stärkere Wirkung als alle anderen hat.
Die Fontanelle ist eine künstliche Verwundung der Haut, die dann durch das Einbringen eines Fremdkörpers am Zuheilen gehindert wird.

Es gibt 2 Möglichkeiten, eine Fontanelle zu setzen.

  1. Es wird ein Cantharidenpflaster verwendet, das eine Brandblase erzeugt. Nach einem Tag wird das Pflaster abgenommen und die Brandblase wird unter sterilen Cautelen abgetragen. Nachdem die Wunde sauber gemacht wurde, wird eine sterile Glas- oder Edelstahlkugel auf die Wunde gelegt und durch einen Verband fixiert. Nach einigen Tagen fängt die Wunde das ist beabsichtigt zu eitern an. Alle 3 bis 4 Tage wird die Wunde gereinigt und eine neues Kügelchen wird eingelegt.
  2. Es wird unter Lokalanästhesie eine kleine Inzisur gemacht, in die das Kügelchen eingelegt wird. Die Wunde kann mit einem Stich vernäht werden. Sonst ist das Vorgehen das gleiche wie bei dem Cantharidenpflaster.

Nach 14 Tagen bis 3 Wochen werden erste Erfolge spürbar.

Die Indikationen:

  • Chronische Arthrosen (Hüftarthrose, Kniearthrose), besonders dann, wenn aus gesundheitlichen oder anderen Gründen eine Operation abgelehnt wird. In der Regel werden die Gelenke wieder beweglich und die Schmerzen lassen nach.
  • Ulcus cruris! Besonders bei den chronischen Geschwüren konnte ich beste Erfolge erzielen.

Zusammenfassung:

Das setzen einer Fontanelle sollte aus unserem Behandlungskatalog nicht verbannt werden. Obwohl es eine recht strikte und "heroische" Therapie ist, sprechen die Erfolge doch für sich.





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