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aus dem Paracelsus Magazin: Ausgabe 4/1998

Das gekränkte Reitpferd

Cover

Auflösung aus Heft 3/98, S.42

So fragte ich also die Frau, ob es sich bei diesem Pferd um einen Hengst oder eine Stute handeln würde. Sie meinte, es sei ein Wallach… Ich äußerte die Vermutung, daß das Tier die Kastration nicht verkraftet habe. Manche Tiere stecken so etwas besser weg und andere eben weniger. Deshalb zielte meine nächste Frage danach, ob ihr am Genitale des Tieres etwas Besonderes aufgefallen sei, was sie bejahte. Ein dunkler Ausfluß deutet in jedem Fall auf einen fundamentalen Einbruch der Lebensenergie an einem Ort, von dem aus diese – gleichgültig ob in einem menschlichen oder tierischen Organismus – ihren Ursprung nimmt.
Die Idee der Störung war also ein geknicktes Selbstbewußtsein in Verbindung mit einer ausgeprägten körperlichen Schwäche, gekennzeichnet durch das immer wieder auftretende Symptom des Einknickens der Hinterbeine sowie einem damit verbundenen Leistungsabfall. Das devote Verhalten in der Herde bei gleichzeitigem Aufbegehren gegenüber seiner Herrin ist somit leicht verständlich.
Die zur Anwendung kommende Rubrik im KENT‘- schen Repertorium muß also primär die folgende sein:
GENITALIEN / MÄNNLICH / UNTERDRÜCKUNG / BESCHWERDEN DURCH UNTERDRÜCKUNG DES SEXUALTRIEBS.
Hier gibt es insgesamt 13 Arzneien. Davon sind 4 in der höchsten Wertigkeit angeführt, nämlich Camphora, Conium, Lyssinum und Pulsatilla. Des weiteren stehen da 5 zwei-wertige Mittel: Apis, Ca rboneum-oxygenisatum, Helleborus, Lilium-tigrinum, Phosphoricum-acidum, und darüber hinaus immerhin noch 4 einwertige: Berberis, Calcium-carbonicum, Picricum-acidum und Platina. Nachdem die Schlüsselrubrik feststeht, läßt sich das beste Simile relativ einfach eruieren. Nur Conium – der Schierling, hat das Symptom der ausgeprägten Schwäche der Extremitäten und des Genitales. Wenn wir uns an das schwärzliche Aussehen des Harnröhrenausflusses klammern, werden wir das heilende Mittel nicht finden. Zwar hat Conium auch Ausfluß in seinem Mittelbild, jedoch nicht unbedingt einen dieser dunklen Art. Das muß in diesem Fall auch nicht penibel abgedeckt sein. Wichtiger ist die Tatsache, sich vor Augen zu halten, daß jeder totale Abfall von der Lebensenergie zum Dunkel hin neigt.
Das Ergänzungsmittel war Staphisagria. Es wurde in diesem Fall verabreicht, aus der Überlegung der Schnittverletzung im urogenitalen – und psychischen – Bereich. Für diesen Tatbestand ist es die wohl immer noch beste Arznei und somit das dominante Pharmakon zur Wiederaufrichtung des geknickten sexuellen Selbstbewußtseins. Ganz nebenbei: Bei Folgen von Kastration denke man immer auch an Argentum metallicum und Zincum. Das Silber ist dem Mond zugeordnet und dieser korreliert nicht nur mit den Kräften des Verstandes, sondern auch mit denen des Reproduktionssystems. Vor allem bei Verletzungen des Hodens nach einem Unfall denke man an Argentum. Zincum ist das Metall des Urprinzips URANOS. Wer der griechischen Mythologie kundig ist, kennt die Geschichte von Uranos, der von Chronos mittels einer Sichel von Feuerstein im Schlafe entmannt wurde, weil er ständig seine eigenen, mit GÄA der Erdmutter gezeugten Kinder, die Titanen und Cyclopen der Unterwelt, verschlingt. Zink ist ein Metall, das abschließt und somit unterdrückt. Als kristallin erscheinender Überzug deckt es andere Metalle wie Eisen zu und verhindert auf diese Weise deren Oxidation. Zinksalben besorgen dasselbe bei diversen Hautausschlägen zahlreicher Patienten – nicht immer zum Wohle derselben. Was an einer Stelle unterdrückt wurde, kommt bisweilen anderenorts als Stellvertreter-Symptom wieder zum Vorschein und wird dann meist nicht mehr mit der ursprünglichen Beschwerde in Verbindung gebracht. Wo nicht – die Eruptivkraft von Sulfur bringt die unterdrückten Beschwerden oft wieder ans Licht.

Knifflig, knifflig, Peter Rabas Ratespiel in der klassischen Homöopathie. Deshalb haben wir unter den 22 Einsendungen dazu auch keine mit der richtigen Antwort „Conium“ (für die sexuelle Unterdrückung) „Staphisagria“ (Schnittverletzung) erhalten. Peter Rabas Buch „Homöopathie, das kosmische Heilgesetz“ – unser Gewinn kann aber beim Buchhandel bestellt werden (Andromeda Verlag Murnau, ISBN 3-932938-93-3, DM 138,-)

Peter Raba

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