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aus dem Paracelsus Magazin: Ausgabe 4/1998

MOLKE – Entschlacken, Kuren, Kosmetik von innen

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Molke kennt man seit dem klassischen Altertum.Sie war eines der ersten Naturheilmittel, das spezifisch eingesetzt wurde, um Krankheiten wie Gicht, Darmbeschwerden oder Flechten zu behandeln. Molke wird in der älteren Literatur immer wieder im Zusammenhang mit der hippokratischen Medizin genannt. Hippokrates war einer der großen Ärzte des Altertums.
Den ersten großen Molkenboom in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland verzeichnete man Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals gab es berühmte Molkenkurorte wie das Bergdorf Gais im Schweizer Kanton Appenzell oder die Badeanstalt des Mineralbades zu Kreuth bei Tegernsee.
Auch zu dieser Zeit wurden mit der Molkenkur Stoffwechselstörungen wie z. B Erkrankungen der Leber, Störungen des Darms und des Magens sowie Hautausschläge behandelt. Insbesondere ging man zur Molkenkur, um Übergewicht zu bekämpfen. Der Molkenboom flaute ab und die Molkenkuren gerieten in Vergessenheit. Heute jedoch, zum Ende des 20.Jahrhunderts, ist die Molke wieder in aller Munde. Was ist dran an der neuerlichen Molkenwelle? Was kann Molke? Nur ein Modegetränk oder tatsächlich ein Heilmittel? Nun, dieser Bericht soll etwas Aufklärung liefern.

Molke – das Serum der Milch
Molke fällt bei der Käse- oder Quarkherstellung an. Der Milch werden Säure (bei der Quarkherstellung) oder das Enzym Lab (bei der Käseherstellung) zugegeben. Daraufhin fällt der Käsestoff (bestehend aus Caseineiweiß und Fett) aus und sinkt ab. Die überstehende trübe Flüssigkeit ist die Molke. Süßmolke erhält man bei der Käse- und Sauermolke bei der Quarkherstellung. Sauermolke ist aufgrund ihres Säuregehalts von ca. 5% bedingt haltbar und wird in Lebensmittelgeschäften im flüssigen Zustand angeboten. Die Süßmolke kann dagegen nicht für längere Zeit gelagert werden und wird getrocknet. Dies geschieht mit der Sprühtrocknung, einer bei niedriger Temperatur schonenden Trocknung. Das dabei gewonnene Süßmolkenpulver ist haltbar und kann durch Einrühren in Wasser wieder zu einer Süßmolke bereitet werden. Durch den Trocknungsprozess bleiben die Inhaltsstoffe erhalten.
Verschiedene Firmen bieten mittlerweile aromatisierte Süßmolkenpulver an. Daraus lassen sich herrlich erfrischende Molken in verschiedenen Geschmacksrichtungen anrühren. In der älteren Literatur wird Sauermolke aufgrund ihres säuerlichen Geschmacks vielfach abgelehnt und von Personen mit einem übersäuerten Magen auch oft nicht vertragen. Nicht nur in diesen Fällen bietet sich die Süßmolke an. Erhältlich ist Süßmolkenpulver beispielsweise über die Apotheke.
Die Molke ist im Gegensatz zur Milch leicht bekömmlich. Frei von Caseineiweiß und Fett belastet sie in keiner Weise und kann den Magen ungehindert passieren. Sie verhält sich wie reines Wasser, enthält jedoch ernährungsphysiologisch äußerst wirksame Bestandteile. Milchzucker, hochwertiges Molkeneiweiß, Vitamine und Mineralstoffe machen die Molke zum Vitamindrink.

Milchzucker
Milchzucker fördert die Peristaltik (Darmbewegung) des Darmes und wirkt der Stuhlträgheit entgegen. Molke gilt seit jeher als mildes natürliches Abführmittel. Unter Umständen müssen jedoch vier bis fünf Gläser getrunken werden, um eine abführende Wirkung zu erzielen. Überdies ist der Milchzucker Nährstoff für die Bildung rechtsdrehender Milchsäure. Die Milchsäure sorgt im Darm für ein saures Milieu, in dem das Wachstum „schlechter“ Darmbakterien vermindert, das Wachstum „guter“ Darmbakterien dagegen gefördert wird. Molke dient auf diese Weise dem Aufbau einer gesunden Darmflora. Eine gesunde und funktionierende Darmflora ist für eine geregelte Verdauung unentbehrlich.

Molkeneiweiß
Das in der Molke enthaltene Molkeneiweiß ist das hochwertigste Eiweiß für den menschlichen Organismus. Molke findet wegen ihres hochwertigen Proteins beispielsweise Verwendung in der Leber-Gallen-Schonkost. Ferner ist Mokeneiweiß frei von Purinverbindungen und kann somit als optimaler Eiweißlieferant bei Gicht und erhöhten Harnsäurewerten dienen.

Osteoporose
Für ältere Menschen und insbesondere für Frauen ist die leicht bekömmliche Molke eine ideale Calciumquelle, um Osteoporose und Calcium-Mangelsymptomen entgegenzuwirken. Durch den Milchzucker, der mit dem Calcium eine Verbindung eingeht, wird die Aufnahme dieses Mineralstoffes im Körper sogar noch erhöht. Molke als Milchzucker-Calcium-Präparat eignet sich daher in idealer Weise für die Ernährung von älteren Menschen.

Blutdruck und Entwässerung
Besonders günstig wirkt sich der niedrige Natriumgehalt und der hohe Kaliumanteil auf Entwässerung und Blutdruck aus. Durch das Trinken von Molke kann Natrium aus dem Körper geschleust werden. Gleichfalls wird überschüssiges Gewebswasser ausgeschieden. Durch die Entwässerung werden Blutgefäße vom Gewebsdruck entlastet. Das Blut kann wieder frei durch die Gefäße fließen. Dies wirkt sich folglich blutdrucksenkend aus.

Entschlacken und Übergewicht
Die positiven Eigenschaften der Molken wirken auf alle Sekretionskanäle. Sie fördern die Ausscheidungen der Haut, der Niere, der Leber, des Darms und des Lymphdrüsensystems. Als solches ist die Molke ideal zum Entschlacken. Bei Fastenkuren und Diäten wird Molke aufgrund ihrer entschlackenden und darmpflegenden Eigenschaften sehr gerne verwendet. Daß man während einer Molkenkur Gewicht verliert, ist selbstverständlich.

Hautprobleme
Früher wurde die Molke oft eingesetzt, um Flechten, Hautausschlägen und Ekzemen entgegenzuwirken.
Noch heute sind dies Indikationen für eine Molkenkur. Ursachen für Hautunreinheiten, Ekzeme und Neurodermitis sind oft im Fehlverhalten der inneren Organe zu suchen. So können über die Haut bei Störungen des Darms, der Leber und der Nieren zuviel produzierte Giftstoffe an die Umwelt abgegeben werden. Die Haut dient als Ausscheidungsorgan und wird überfordert. Die bekannten Hautprobleme stellen sich ein. Molke sorgt für eine positive Beeinflussung des Stoffwechsels. Sie gilt als natürliche Darmpflege und wirkt sich positiv auf Leber und Niere aus. Regelmäßige Molkendrinks könnten daher zur Gesunderhaltung der Haut beitragen.
Zur Molke liegt mir ein Erfahrungsbericht vor, den ich hier wörtlich wiedergeben möchte: „Meine Tochter hat seit der Geburt Neurodermitis. Sämtliche Kuren und Nahrungsumstellungen brachten wenig Linderung. Durch eine Empfehlung eines Käsemeisters probierten wir die Molkenkur aus.11 Monate (1) striktes Diätprogramm (Gemüsesuppen und frisches Obst sowie täglich ein bis zwei Liter Süßmolke). Hinzu kommen Molkebäder und Molkekompressen auf die sehr gereizten Hautstellen. Nach einem halben Jahr waren Juckreiz und offene Hautstellen sichtbar geheilt. Heute kann meine Tochter alles in Maßen essen. Selbst Zitrusfrüchte machen ihr nichts mehr aus. Leider kann man Neurodermitis nicht für immer heilen!“
Frau Schaumann-Walter betreibt in Oberstaufen im Allgäu mitsamt Ihrer Familie einen anerkannten Kurbetrieb mit Kurplakette. Seit 1993 wird dort die Molkenkur wieder angeboten.

An dem Mythos „Molke“ scheint tatsächlich etwas dran zu sein. Anstatt immer neue Medikamente zu erforschen, die wiederum neue Nebenwirkungen aufwerfen, sollte die Wissenschaft sich verstärkt um alteingesessene Naturheilmittel bemühen. In Studien könnte man dann mehr über die Wirkung der Molke erfahren. Wie sie beispielsweise zielgerichtet eingesetzt werden könnte, um Krankheiten zu lindern.
Abgesehen von ihrem Ruf, ein Heilmittel zu sein, sollte Molke als normales Nahrungsmittel angesehen werden. Das tägliche Glas Molke kann genau wie das tägliche Obst Bestandteil in der Nahrung sein. Für den Molkedrink gibt es keine Altersgrenzen. Für das Schulkind ist die Molke ebenso wichtig wie für den Erwachsenen, den Sportler oder den älteren Menschen. Das Serum der Milch ist ein begehrtes Getränk für jede Gelegenheit, ob für das Frühstück, zum Pausenbrot, während der Arbeit oder des Fitneßtrainings. Auch als Durstlöscher beim Wandern ist sie ideal. Molke ist ein empfehlenswertes Getränk gegen Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Aminosäurendefizit. Sie dient zum Ausgleich und zur Regeneration. Ich empfehle zwei bis drei Gläser Molke morgens, nach einem leichten Frühstück oder gar nüchtern, zu trinken. Auch eine Molkenkur mit täglich zwei bis drei Liter wirken wahre Wunder Jedoch ist vor einer Kur der Gesundheitscheck durch einen Arzt sehr wichtig. Generell sollten vor allem kalorienreduzierten Kostformen ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Dipl-Ing. (FH) Jürgen Schmidt, 64673 Zwingenberg
Entnommen aus dem Buch: Maren Lünn „Molke; Entschlacken – Kuren – Kosmetik von innen“, Marion & Marion Verlag, Jürgen Schmidt, ISBN 3-9806026-0-5 Zu bestellen auch über Tel. 06251-78 74 10.

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