Carpe diem - today is the day

Mit wem haben es die Tübinger Schüler zu tun?

Ich stamme aus einem anthroposophischen Elternhaus. Zunächst wollte ich Kunst studieren, doch ich entschied mich schließlich für den Beruf der Fotografin. Später sattelte ich darauf eine MTA-Ausbildung, heiratete und begleitete meinen Mann nach Südamerika. Auch mit meinem zweiten Mann lebte ich in den Tropen. Diese Auslandsaufenthalte prägten mich in jeder Hinsicht - menschlich und medizinisch, im Umgang mit Menschen, Tieren und Pflanzen. Da haben sich so einige Prioritäten verschoben. Ein Erlebnis werde ich nicht vergessen: In Französisch-Guyana brachte ich meinen lebensgefährlich kranken Mann ins Krankenhaus und schleppte mich durch die Wassermassen der Regenzeit nach Hause. Dort empfingen mich 30 Nachbarsfrauen in meinem Garten, es war wie ein Traum. Sie nahmen mir alles ab, vom Kämmen und Kochen bis zur Hausarbeit.

Wie sind Sie Schulleiterin geworden?

Im Jahr 1995 kehrten wir mit unseren Kindern nach Deutschland zurück. Dort absolvierte ich in der Paracelsus Schule Stuttgart die Heilpraktikerausbildung und war wie gefangen von diesem Beruf. Innerhalb kürzester Zeit lernte ich immer mehr, eröffnete meine eigene Praxis und arbeitete als Dozentin in Stuttgart. Meine Schwerpunkte waren die Schulmedizin, die klassische Homöpathie, die Phytotherapie und die Gesprächstherapie. Nach zweieinhalb Jahren erhielt ich die Chance, die Tübinger Schule zu übernehmen und sagte begeistert "ja".

Was begeistert Sie daran am meisten?

Zum einen begeistern mich natürlich die Inhalte, die Paracelsus lehrt. Ich finde es richtig schade, dass ich keine Zeit mehr habe, selbst Unterricht zu geben. Ein wichtiger Faktor ist für mich auch die große Gestaltungsfreiheit in diesem Beruf. Zusätzlich verleiht mir die deutschlandweite Organisation von Paracelsus Sicherheit. So eine Kombination findet man selten! Außerdem liebe ich die Kontakte mit den verschiedensten Menschen. Ganz fasziniert beobachte ich die Entwicklung "meiner" Schüler im Lauf der Ausbildung. Die schüchternsten gehen nach einiger Zeit fröhlich und selbstbewusst ein und aus. Andere Veränderungen äußern sich in Kleidung und Frisur, das ist sehr spannend zu beobachten.

Was wollen Sie für Ihre Schüler erreichen?

Mir ist es wichtig, dass jeder Einzelne seine Begabungen und Neigungen entdeckt. Ich trage meinen Teil dazu bei, diese zu fördern. Außerdem bin ich jederzeit ansprechbar. Jetzt erst haben sich fünf Ehemalige zusammengetan, um ein Gesundheitszentrum zu gründen. Solche Initiativen unterstütze ich gerne.
Nach dem Motto: "Erlaubt ist alles, was niemandem schadet" achte ich auf respektvolles Miteinander und einen verantwortlichen Umgang auch zwischen den einzelnen Klassen. Wir fördern, entsprechend dem Geist der Tübinger Schule, besonders Rücksicht und Toleranz und das Einhalten von Prinzipien wie Ordnung und Grenzen, die erst ein gedeihliches konstruktives Miteinander ermöglichen. Aber auch Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen und faires Erreichen von Zielen gehört zu den wichtigsten Prämissen am Institut. In den langjährigen Regel-Studiengängen entstehen Freundschaften fürs Leben. Wir haben Schüler aus aller Welt.

Und was liegt Ihnen jenseits von Paracelsus am Herzen?

Ich bin ein Familienmensch und pflege ständig den Austausch mit meinem Mann und meinen Kindern. Die Liebe zur Kunst ist natürlich nach wie vor erhalten, auch wenn den beruflichen Aspekt jetzt Medizin und Naturheikunde darstellen. Tanz, Hausmusik und Malen stehen bei den privaten Aktivitäten an erster Stelle - soweit es die Zeit zulässt. Zum Glück interessieren sich alle Familienmitglieder für die Schule - meine zweite Familie.

 

Ihr Browser unterstützt kein JavaScript !

Bitte aktivieren Sie die JavaScript-Unterstützung in Ihrem Browser, weil Ihnen sonst keine Navigation auf unseren Seiten möglich ist.