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Michael Roth, Suchtberater und Coach

Michael Roth, Suchtberater und Coach

Die Problematik

Sei es die Sucht nach Alkohol, Medikamenten oder anderen Drogen, Süchte werden immer häufiger als Ausweg gewählt, um mit den ständig steigenden Anforderungen der Gesellschaft fertig zu werden. Dabei ist den Betroffenen zunächst nicht bewusst, dass sie sich selbst in einer Abhängigkeitssituation befinden.

Was ich damit zu tun habe

Vor Jahren noch als Führungskraft in internationalen Werbeagenturen als Grouphead und Creative Director tätig, erkrankte ich nach jahrelangem übermäßigem Alkoholmissbrauch an einer lebensbedrohlichen Polyneuropathie, was zu totalem Ausfall der Feinmotorik und einhergehender Gangataxie führte.

Nach monatelanger klinischer Behandlung, Reha-Maßnahmen und ambulanter Therapie, keimte in mir der Wunsch auf, meine selbstverursachte Krankheit fortan zum Kernthema meines weiteren Lebensweges zu fokussieren. Kurz, Erlebtes und Erlerntes betroffenen Menschen zu vermitteln und sie im Bereich der Suchtberatung zu unterstützen.

Um all meine folgenden Aktivitäten optimal gestalten und auch fachlich kompetent auftreten zu können, erschien es mir erforderlich, mit der Belegung von verschiedenen Semestern und Seminaren, u.a. an der Johann Wolfgang Goethe-Universität und der Fachhochschule Frankfurt, sowie eines klinischen Praktikums in einer Klinik für Sozialpsychiatrie und Suchtmedizin, dieses Vorhaben glaubhaft zu untermauern. Permanente Fort- und Weiterbildungsaktivitäten sind in diesem Zusammenhang für mich absolut unerlässlich.

Daraus resultierend gilt mein Hauptaugenmerk vorrangig Methoden und Konzepten sowie deren Umsetzung in Suchttherapien, die neue Wege aus der Abhängigkeit zum Ziel haben.

Irritierend – aber erfolgreich: P.R.O.S.T.

Als ich mich damit beschäftigte, ein therapeutisches Konzept zur Aufarbeitung von Suchtverläufen zu erarbeiten, war mir von Anbeginn klar, dass sich bei dieser Namensgebung eine Reihe von Kritikern zu Wort melden werden. Es war jedoch meine erklärte Absicht zu provozieren und ambivalente Stimmungen hervorzurufen. Dabei steht P.R.O.S.T. für einen Zusammenschluss einzelner Komponenten, die verdeutlichen sollen, um was es hier eigentlich geht: Psychosoziales Ressourcenorientiertes Selbsterfahrungs- Training. Also eine Gesprächsbegleitende Maßnahme im therapeutischen Prozess vor einer Langzeittherapie, als Nachsorgeintervention und professionelle Rückfallprophylaxe.

Wenn Menschen durch ihre Sucht Arbeit, Wohnung, Familie oder Freunde verloren haben oder sich ein neues Leben in veränderter Umgebung aufbauen müssen und das noch nicht alleine schaffen, dann sollten sie sich dazu entschließen, an diesem Selbsterfahrungs-Training teilzunehmen.

Oberste Priorität ist, sie bei ihrem Weg in ein eigenständiges, suchtmittelfreies Leben so lange zu unterstützen, wie es erforderlich ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Betroffene aus einer Entgiftung kommt, auf eine Weiterbehandlung mittels stationärer Therapie oder ambulante Nachsorge wartet. Absolute Abstinenz lautet sein erklärtes Ziel.

Das Training mit P.R.O.S.T. konzentriert sich vorrangig auf Menschen mit Alkoholabhängigkeit. Leitsatz: „Jeder Mensch ist einzigartig.“ Es gilt also dem Betroffenen zu vermitteln, dass auch sein Weg in die Abhängigkeit ebenso individuell aufzuarbeiten ist.

Mein Leben mit der Sucht

Es scheint mir nicht weiter erwähnenswert, für den Leser aber möchte ich betonen, dass ich selbstverständlich seit Jahren absolut abstinent lebe. Und doch werde ich tagtäglich mit süchtigem Verhalten konfrontiert.

Als Sozialarbeiter und Suchtberater arbeite ich in einer autonomen Einrichtung eines Zentrum für Sozialpsychiatrie. Hier bin ich vorrangig im Bereich Betreutes Wohnen tätig. Dieses Konzept der Autonomie richtet sich hauptsächlich an abstinent lebende suchtkranke Klienten, welche auf grund ihrer besonderen psycho-sozialen wie aber auch gesundheitlich bedingten Problematik, wie zum Beispiel einem Korsakow-Syndrom, einer intensiven Betreuung und Begleitung einem stützenden Umfeld und weiterer sozialtherapeutischen Hilfen bedürfen.

Meine eigene suchttherapeutische Arbeit im Sinne von Beratung und Betreuung Betroffener bezieht sich vornehmlich auf Klienten, die ich von befreundeten und mit mir kooperierenden Arztpraxen vermittelt bekomme. Diese meist längerfristige Zusammenarbeit mit den Betroffenen konzentriert sich unter Einbezug des bereits beschriebenen P.R.O.S.T., vorrangig auf die Aufarbeitung des Suchtverlaufs und die Perspektiven eine neue, suchtfreie Zukunft zu gestalten.

In einer Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle übernahm ich 2006 die Moderation einer Selbsthilfegruppe deren Teilnehmer, einige bereits mehr als fünfzehn Jahre, suchtfrei leben und arbeiten und diese Gruppe trotzdem konsequent wöchentlich frequentieren.

Eine besondere Herausforderung stellte sich mir mit meiner Nominierung als Dozent der Paracelsus Heilpraktikerschule, wo ich die Gelegenheit erhielt, meine Erfahrungen in den Fachbereich Sucht einzubringen und in Vorlesungskonzepten zu verarbeiten, um die StudienteilnehmerInnen als Suchtberater/in auf eine professionelle Tätigkeit vorzubereiten.

Fern jeglicher „grauen Theorie“ wird praxisorientiert und authentisch vermittelt, wie den Betroffenen zu begegnen ist, um ihnen Wege aus der Abhängigkeit aufzuzeigen. Dabei spielen lerntheoretische Prozesse wie auch klinische Betrachtungen aus der Sicht der Sozialpsychiatrie eine entscheidende Rolle. Diskussionsrunden in einer psycho-sozialen Beratungsstelle und einer Selbsthilfegruppe, sowie Einblick in die therapeutische Arbeit einer Fachklinik zur Rehabilitation Drogen- und Mehrfachabhängiger vervollständigen die umfangreichen Inhalte des Ausbildungsprogramms.

Am Horizont das Glück

In Zusammenhang mit meinen Tätigkeiten wurde mir in der Vergangenheit bewusst , dass meine bislang erworbenen fachlichen Kenntnisse es zwingend notwendig werden lassen, diese mit einem qualifizierten Auslandsaufenthalt in Verbindung zu bringen.

Nach beinahe einjährigem Bemühen wurde mein Wunschtraum wahr. Ein Glücksgefühl unbeschreiblicher Art und Stolz erfüllte mich, als ich im Frühjahr 2008 eine Einladung des Betty Ford Center in Rancho Mirage, Calif. USA erhielt, der wohl namhaftesten und weltweit rennomiertesten Sucht- und Drogenklinik.

Herausragend im Betty Ford Center ist u.a. das Ausbildungsprogramm Inpatient Professional In Residence, welches Ärzten, Therapeuten, Suchtberatern und Angehörigen von Gesundheitsberufen in den USA die Möglichkeit bietet, am vollstationären Programm einer Therapie quasi als Mitglied einer Peer-Group und gleichermaßen als Co-Therapeut teilzunehmen, wobei der Schwerpunkt der Hospitation nicht auf dem theoretischen, sondern dem erfahrungsmäßigen Erkenntnisgewinn liegt.

Dieses außergewöhnliche Miteinander konnte ich hautnah und bis zu zwölf Stunden täglich erleben und erfahren. In einer wunderschönen Umgebung, welche die Wertschätzung, die den Patienten hier während ihres 30-tägigen Aufenthaltes entgegen gebracht wird und ihr Leben entscheidend und oft nachhaltig verändert, widerspiegelt.

Um eine nicht zu missende Erfahrung reicher, glücklich um die Freundschaften, die ich sowohl mit „meinen“ Patienten als auch mit der gesamten Führungs-Crew und deren Mitarbeiter schließen konnte, mache ich es zu meiner Aufgabe, diese Momente der Zuneigung und des liebevollen Entgegenkommens in all meine Tätigkeiten einfließen zu lassen.

Michael Roth
Sozialarbeiter, Suchtberater und Coach
Mobil: 0162 – 969 1347
Internet: www.sucht-reha.de
Mail: info@sucht-reha.de
Termine nach Vereinbarung

Betty Ford Center Contact Information

Wenn Sie mehr über die Arbeit und die Behandlungsmöglichkeiten des Betty Ford Center erfahren möchten, informiere ich Sie gerne.