Zwenn Löderbusch, Sportheilpraktikeranwärter

Hinhören, zupacken und retten

"Als Rettungsassistent musste ich schnell funktionieren. Und innerhalb kürzester Zeit die richtigen Handgriffe erledigen." Zwenn Löderbusch, der in Frankfurt die Paracelsus-Ausbildung zum Heilpraktiker und ab März zum Sport-Heilpraktiker besucht, liebte das gewisse Prickeln. "Wenn Rettungsteams losfahren, wissen sie fast nichts über den Unfall. Müssen sie Verschüttete bergen oder eingeklemmte Menschen aus Autos befreien? Sind die Opfer wohlhabend oder handelt es sich um Obdachlose?"

Zwenn Löderbusch, Sportheilpraktikeranwärter Alternative Heilmethoden, vor allem die chinesische Medizin, faszinieren den trainierten Squashfan schon lange. Doch zur Naturheilkunde stößt er erst nach 14 Berufsjahren. Letztlich gibt vor zwei Jahren ein Unfall den Ausschlag: Bei einem Einsatz mit 20 Kilo Gepäck auf dem Buckel stürzt Zwenn schwer. Am Fuß sind drei Knochen gebrochen, drei Bänder abgerissen und der Knorpel am Sprunggelenk zerrissen. Der berufsunfähige Rettungsassistent kann maximal zehn Minuten ohne Schmerzen laufen und nicht mehr als zwölf bis 13 Kilo Gewicht heben. "Aber ich finde schon noch ein Heilmittel für meinen Fuß", sagt er zuversichtlich. "Wäre doch gelacht, wenn ich nur anderen helfen könnte." Erfahrung mit kranken Menschen hat der gebürtige Dieburger bereits. In seinem Notfallteam war er Lebensretter und eine Art "Seelenarzt". "Auf dem Weg zum Krankenhaus habe ich versucht, die Unfallopfer durch Gespräche 'aufzufangen'. Für viele verändert sich abrupt das ganze Leben. Nach einem Herzinfarkt im Büro landet ein Mann auf der Intensivstation. Dabei wollte er abends mit seiner Frau ins Kino gehen. Unterwegs erfahre ich viel aus seinem Leben, oft zu viel Stress im Büro oder zuhause."

Als Heilpraktiker kann sich Zwenn endlich richtig viel Zeit für eine gründliche Anamnese nehmen. "Im Rettungsdienst musste eine Diagnose in zwei Minuten stehen, sonst war es zu spät." Der geschiedene Hesse, der kurz vor der nächsten Hochzeit steht, ist fürs Zupacken. Homöopathie und Bach-Blüten sind nicht seine Welt. Dafür wird er mit Akupunktur und Neuraltherapie arbeiten. Im Sommer besucht er noch eine Ausbildung in cranio-sakraler Therapie. Mit den Händen werden dabei Störungen im System von Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein ausgeglichen. "Das Betätigungsfeld des Heilpraktikers ist sehr vielfältig. Sogar eine Hüftoperation wäre drin, nur Infektionskrankheiten sind tabu." Der einst begeisterte Schwimmer und Sqasher betreibt jetzt Inlineskating, weil er dabei die Füße nicht abrollen muss.

Zwenn Löderbusch, Sportheilpraktikeranwärter Im Beruf des Sportheilpraktikers sieht er die geeignete Nische für sich. Er will Sportler ganzheitlich betreuen, sie in Ernährung, Aufbau und beim Training beraten, Leistungsprofile erstellen und sportliche Wettkämpfe vorbereiten. Kurz, der Rundum-Spezialist für alle Fälle sein: "Viele Sportler plagen Gelenkserkrankungen. Zu Cortison und Schmerzmitteln gibt es naturheilkundliche Alternativen. Bei Arthrose kommt zum Beispiel eine Blutegeltherapie in Frage."

Durch Aufsätze in lokalen und Fachzeitschriften will Zwenn sich einen Namen machen. Seine Zukunftspläne haben Hand und Fuß. Müssen sie auch, denn nach seiner Heilpraktiker-Prüfung ist das Geld alle. "Dann mache ich sofort eine Praxis auf - mit einer Rieseneröffnungsfeier. Dazu lade ich unter anderem die vielen Ärzte ein, die ich über meinen Beruf kennengelernt habe. Ich werde sie über meinen neuen Arbeitsbereich informieren. Mein früherer Chef hat mir außerdem ein Engagement als Betriebsheilpraktiker in der alten Firma zugesagt." Der mutige Menschenretter ist ohnehin bereits bekannt: Mit seiner Dudelsackband spielt er auf allen möglichen Veranstaltungen im Landkreis - vom Geburtstag bis zur Firmenfeier und zum Open-Air-Festival.

Zwenn Löderbusch
Wetzlar
geb. 1965 in Dieburg
Tel: 06441-36832
E-Mail: zwennL@web.de

Paracelsus-Ausbildungen:
- Heilpraktiker
- Sportheilpraktiker
- Traditionelle Chinesische Medizin

 

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