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aus dem Paracelsus Magazin: Ausgabe 6/2010

Das Therapeuten-Portrait

Cover

2010-06-Therapeuten1Fragen & Antworten aus der Praxis für die Praxis

Regina Wolfrum – Heilpraktikerin für Psychotherapie

Wann und aus welchem Grund fassten Sie den Entschluss, Heilpraktikerin für Psychotherapie zu werden?

1999 war ich mutig genug, mein Leben zu verändern. Ich war Abteilungsleiterin im Verkauf eines Lebensmittelgeschäfts und alles andere als zufrieden mit meinem Job. Psychologie interessierte mich schon immer. Als mich immer mehr Kollegen um Rat fragten, entschloss ich mich, die Paracelsus-Ausbildung zur Psychologischen Beraterin zu machen. Mein damaliger Mann hat mich bei meinem Berufswechsel und auf meinem neuen Weg super unterstützt. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar.

Wie lange hat Ihre Ausbildung gedauert und auf welche Schwerpunkte haben Sie sich konzentriert?

Nach der Ausbildung zur Psychologischen Beraterin folgte die Qualifizierung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie, da ich auch unbedingt therapieren und nicht nur beraten wollte. Ich spezialisierte mich auf Lerntherapie und machte eine Ausbildung zur Lerntherapeutin, jedoch wurde mir schnell klar, dass diese für die seelischen Probleme nicht ausreicht, daher ergänzte ich mein Spektrum mit der Gestalttherapie.

Wie und wann erfolgte dann der Start der eigenen Praxis?

2010-06-Therapeuten2Meine Praxis lief schneller an, als es mir lieb war. Ich steckte noch in der Ausbildung zur Lerntherapeutin, da kamen schon die ersten Klienten auf mich zu. Sie hatten von meinen Bekannten und Freunden erfahren, was ich mache und suchten Hilfe. Ich fühlte mich überrollt und wusste nicht, was ich tun sollte, da ich meine Fachqualifizierung noch nicht ganz abgeschlossen hatte und meine Praxis in Ruhe aufbauen wollte. Doch mutig wie ich bin nahm ich die Herausforderung an und wuchs mit ihr. Der Sprung ins kalte Wasser war das Richtige für mich!

Wie lief das erste Jahr? Und wie ging es weiter?

Das erste Jahr war sehr stressig. Ich steckte ja noch in der Ausbildung zur Lerntrainerin und führte fast Vollzeit meine Praxis. Dazu kamen die Ansprüche meiner Familie, Mann und Kinder. Im zweiten Praxisjahr wurde der Andrang so groß, dass ich mir Verstärkung ins Haus holte und 2 Therapeuten einstellte. So fand ich ein wenig Entlastung, die ich dazu nutzte, als Dozentin für die Paracelsus Schulen zu arbeiten.

Welche Ihrer Werbemaßnahmen waren erfolgreich, welche nicht?

Ich habe immer wieder in Zeitungen inseriert und Flyer bei Ärzten ausgelegt. Mal kamen einige Anfragen, mal blieb es still. Mundpropaganda ist dein bester Freund. Bist du gut, wirst du weiterempfohlen und gewinnst so neue Patienten und Klienten. Qualität ist aus meiner Sicht mit Abstand die beste Werbemaßnahme.

Wie groß ist Ihre Praxis?

2010-06-Therapeuten3Für meine Arbeit brauche ich nicht viel. Ich habe einen Praxisraum, der ist 12 m2 groß und befindet sich in meiner Wohnung in Eching. Der Raum ist ziemlich schlicht, aber sehr gemütlich und wohnlich eingerichtet. Eine große Couch, eine Wandtafel, ein Bücherregal voller psychologischer Literatur und ein großer Arbeitstisch. Was sind Ihre Arbeits- und Therapieschwerpunkte? Ich arbeite am liebsten mit der Lern- und der Gestalttherapie, sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen. Zu meinen Patienten zählen v. a. Legastheniker, Autisten, schwererziehbare Kinder sowie Borderliner.

Was war Ihr schönstes Praxiserfolgserlebnis?

Es ist sogar ein aktueller Fall! Seit einem halben Jahr arbeite ich mit dem 9-jährigen Jungen einer Lehrerin. Er ist schwerer Legastheniker, extrem hyperaktiv mit autistischen Zügen. Im letzten Orientierungstest, bevor er zu mir kam, hatte er noch keine Lesekompetenz = 0 Punkte und auch 0 Punkte in der Rechtschreibung. Nach 4 Monaten Therapie stand der nächste Orientierungstest an: Er erreichte die volle Punktzahl in Lesekompetenz und 6 von 12 Punkten in Rechtschreibung! Ich war sehr glücklich, genauso wie die Mutter des Jungen, die mich nun ins Lehrprogramm der Schule mit einbinden möchte, so dass ich noch vielen anderen Kindern mit ähnlichen Problemen helfen und sie fördern kann.

Welchen Fehler würden Sie nicht noch einmal machen wollen?

Zu schnell zu viele Patienten und Klienten annehmen, da die therapeutische Arbeit eine sehr anspruchsvolle ist und schnell zur Überforderung führen kann. Berufseinsteiger sollten einen Schritt nach dem anderen machen und nicht gleich von 0 auf 100 beschleunigen. Bei mir ist es Gott sei Dank gut gegangen, ich kenne aber auch einige Kollegen, die zu schnell zu viel wollten und dann z.B. an Burnout erkrankten.

Gibt es Besonderheiten in Ihrem Praxisangebot?

Mein Mann Stefan, mit dem ich auch zusammen in der Praxis arbeite, ist Ehe- und Familientherapeut und hat sich auf Dyskalkulie spezialisiert. Unsere therapeutischen Ansätze und Richtungen ergänzen sich perfekt. Somit können wir das gesamte Familiengefüge ganzheitlich betrachten und haben damit große Therapieerfolge.

Ihr Tipp für Praxis-Neulinge und Kollegen?

Supervisionsgruppen sind enorm wichtig! Der regelmäßige menschliche sowie kollegiale Austausch hilft, unterstützt und fördert uns Therapeuten in vielerlei Hinsicht. Auch eine Berufsverbandszugehörigkeit kann ich wärmstens empfehlen, den VUH für Heilpraktiker und den VFP für Heilpraktiker für Psychotherapie bzw. Psychologische Berater.

Regina Wolfrum
Legasthenie- und Gestalttherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche
Bahnhofstraße 11, 85386 Eching
lerntherapie@arcor.de
www.gemeinschaftspraxis-eching.de

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