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aus dem Paracelsus Magazin: Ausgabe 6/2010

Der BODYdetektiv

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Mit Psychosomatischer Kinesiologie den Körper verstehen lernen

Dr. Werner WeishauptDr. Werner Weishaupt im Expertengespräch

Aus seiner langjährigen Erfahrung hat Dr. paed. Werner Weishaupt, seit vielen Jahren Paracelsus-Dozent und Präsident des VFP (Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e. V.), die besten Bausteine der Psychologischen und der Energetischen Psychotherapie in einem neuen Konzept vereint, das er ab Februar 2011 an den Paracelsus Schulen unterrichtet: die Fachausbildung „Psychosomatische Kinesiologie“! Wie es dazu kam und welche Besonderheiten diese neue Ausbildung beinhaltet, erklärt Dr. Weishaupt im „Paracelsus“-Interview.

Paracelsus: Herr Dr. Weishaupt, Sie gehören zu den führenden Kinesiologen Deutschlands. Was hat Sie dazu bewogen, die neue Fachausbildung „Psychosomatische Kinesiologie“ zu kreieren?

Werner Weishaupt: Ich arbeite seit über 20 Jahren mit der Kinesiologie, sie ist zum Hauptarbeitsinstrument in meiner Praxis geworden. Als Kommunikationsbrücke zum Unbewussten erlaubt der kinesiologische Muskeltest ein schnelles, präzises und doch schonendes Herangehen an tiefer liegende seelische Zusammenhänge. Diese können so dem Klienten leicht verständlich vermittelt und seiner bewussten Verarbeitung zugänglich gemacht werden. Und das ist bei psychosomatischen Beschwerden der erste Schritt zur Heilung. Weil ich tagtäglich die tollen Erfolge dieser Methode sehe, bin ich so motiviert, diesen Wissensschatz auch an andere weiterzugeben.

Kann man sich auf den Muskeltest diagnostisch verlassen?

Ja, sicher! Die technische Durchführung des „Armdrückens“ ist schnell gelernt, das können schon Kinder. Die Kunst des Muskeltestens besteht mehr in den richtigen Fragen, die aufhellend und zielführend sind. Dazu kommt, dass die Psychosomatische Kinesiologie eine Fülle unterschiedlicher Stressabbaumethoden beinhaltet, die letztlich den Erfolg der Behandlung ausmachen. Obwohl Kinesiologie mittlerweile schon Lehrfach an einigen Universitäten ist, sollte sie bei Krankheitsdiagnosen stets nur zusammen mit anderen klinischen Untersuchungsmethoden angewandt werden. Der „subjektive Faktor“ lässt sich nicht völlig ausschließen – was aber im Bereich der Psychologischen Beratung und Psychotherapie gerade von Vorteil ist, denn hier geht es letztlich darum, sich von Mensch zu Mensch zu begegnen.

Welche kinesiologische Schulrichtung vertreten und praktizieren Sie?

Ich habe mich von Anfang an – schon während meiner kinesiologischen Ausbildung – dagegen gewehrt, mich in eine bestimmte kinesiologische Ecke pressen zu lassen. Leider ist es hier nicht viel anders als in anderen Disziplinen auch, wie z.B. in der Theologie und Psychologie, dass jede Richtung für sich beansprucht, die „wahre“ und „besser als die anderen“ zu sein. Bei der Entwicklung meiner Seminarinhalte habe ich das zusammengestellt, was sich im Laufe meiner langjährigen Praxistätigkeit am besten bewährt hat. Und da spielt die Auflösung psychosomatischer Probleme eine herausragende Rolle – vom Baby angefangen und dann quer durch alle Altersstufen.

Was sind typische Indikationen für die „Psychosomatische Kinesiologie“?

Beschwerdebilder wie z.B. das ADHS-Syndrom bei Schulkindern oder Tinnitus bei Erwachsenen. In beiden Fällen prüfen wir zunächst über den Muskeltest, ob die jeweilige Problematik in erster Linie organische oder eben seelische Ursachen hat. Und da ist es in etwa 90 % der Fälle so, dass von den Betroffenen bestimmte Stressfaktoren nicht mehr verarbeitet werden konnten und dann in diese Symptomatik münden. Im nächsten Schritt ermitteln wir, auf welcher Organismusebene sich dieser psychische Stress niedergeschlagen hat, ob er z. B. die optimale Funktion der Sinnesorgane, Nerven und Reflexe beeinträchtigt, die Erholungs- und Verdauungsfunktionen des Körpers aus dem Takt bringt, die geistige Leistungsfähigkeit einschränkt oder bestimmte Ängste und Gefühlsblockaden hervorruft.

Wie läuft so ein Test konkret ab?

Zuerst machen wir einige Vortests und ggf. Vorkorrekturen, damit wir zuverlässige Antworten vom Organismus bekommen können. Dann prüfen wir die sogenannte„Psychologische Umkehr“ – d. h. die unbewusste Bereitschaft des Klienten, seine Symptome überhaupt loszulassen und wieder ganz gesund werden zu wollen. Vielfach stoßen wir hier auf einen „sekundären Krankheitsgewinn“, der eine Besserung von vornherein verhindert.

Wie gehen Sie in so einem Fall vor?

Der Heilungswille kann über die Anwendung kinesiologischer Methoden wie z. B. der Klopfakupressur gezielt gestärkt werden. Im nächsten Schritt erfolgt dann die diagnostische Eingrenzung, denn so komplexe Beschwerden wir ADHS oder Tinnitus können vielfältige Ursachen haben. Was macht einem Kind und seinem Nervensystem so zu schaffen, dass es sich nicht mehr konzentrieren und Stress und Konflikte nur noch „wegzappeln“ kann? Sind es Probleme in der Schule, Belastungen aus dem Elternhaus, Leistungsüberforderung und Versagensängste, Selbstzweifel und negative Selbstbilder? Inwieweit spielen Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Stoffen eine Rolle? Ähnlich gehen wir bei Ohrgeräuschen und Hörstürzen vor, indem wir kinesiologisch ermitteln, von welchen Dingen der Betreffende in letzter Zeit „zu viel um die Ohren“ hatte. Wo konnte er Lärmbelastungen nicht mehr abschirmen, ein Zuviel an Ansprüchen nicht mehr abwehren? Wo hat er sich selbst so unter Druck gesetzt, dass sich die gesamte Nacken- und Kiefermuskulatur verkrampfte und dadurch die Versorgung des Innenohrs beeinträchtigt wurde? Spielen entzündliche Faktoren eine Rolle und – wenn ja: Welcher psychische Stress hat sein Immunsystem geschwächt, so dass sich bestimmte Erreger breit machen konnten? Das ist bei jedem individuell unterschiedlich und kann mithilfe des Muskeltests ganz spezifi sch herausgefunden werden.

Dient also die „Psychosomatische Kinesiologie“ in erster Linie als Diagnoseinstrument?

Nicht nur, aber hier ist sie bereits sehr hilfreich. Wenn nämlich die ursächlichen Zusammenhänge bewusst geworden sind, können die Betroffenen in der Regel schon viel besser damit umgehen. Die „Psychosomatische Kinesiologie“ beinhaltet darüber hinaus eine Fülle von Behandlungsmöglichkeiten, die entweder als Selbsthilfetechniken gezeigt und mitgegeben oder unmittelbar in der Sitzung angewandt werden können. Dadurch erfolgt meist eine schnelle Entspannung und Symptomlinderung, der Erfolg ist oft unmittelbar spürbar, und dadurch wachsen wieder Zutrauen, Hoffnung und Optimismus. Eine ärztliche Suggestion, wie sie viele Patienten mitbringen, z.B. „Damit müssen Sie leben!“, erweist sich für die Betroffenen häufig als unwahr und sie kommen wieder in eine positive Entwicklungsspirale.

Vielen Dank für das Gespräch.

2011 startet die Fachausbildung „Psychosomatische Kinesiologie nach Dr. Weishaupt“ (120 Unterrichtsstunden) an den Paracelsus Schulen! Osnabrück, ab 7.2. und Hannover, ab 18.3. Weitere Termine folgen, Infos auf www.paracelsus.de

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