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aus dem Paracelsus Magazin: Ausgabe 4/2018

Prophylaxe von Schlaganfall und Herzinfarkt

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Laborwerte geben rechtzeitig Hinweise

© kwanchaift I fotolia.comErwachsene haben ca. 100000 km Blutgefäße im Körper. 7200 Liter Blut werden täglich durch das Herz gepumpt. In Deutschland kommt es jährlich zu rund 500000 Herzinfarkten und 300000 Schlaganfällen. Beide sind sehr gefürchtet, da sie nicht selten tödlich enden können. Nach einem Schlaganfall kann es auch zu bleibenden Lähmungen kommen, welche die Lebensqualität massiv beeinträchtigen können.

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) hat seine Ursachen darin, dass ein Abschnitt der Herzkranzgefäße (Koronararterien) plötzlich verschlossen ist. Damit wird die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels unterbrochen und das Herz kann seine Aufgabe, die Durchblutung und Versorgung des übrigen Körpers, nicht mehr erfüllen. Sobald ein Abschnitt der Herzkranzgefäße nicht mehr durchblutet wird, stirbt das betroffene Herzgewebe ab und es kommt zum Vorderwand-, Hinterwand- oder Scheidewandinfarkt. In den meisten Fällen ist die Muskulatur der linken Kammer betroffen. Die typischen Anzeichen für einen akuten Herzinfarkt sind: anhaltende, heftige Brustschmerzen, die in Schulter, Arm, Unterkiefer oder Oberbauch ausstrahlen, Unruhegefühl bis hin zu Todesangst, kalter Schweiß, Blässe, Übelkeit, Erbrechen sowie Atemnot.

Bei einem Schlaganfall passiert Ähnliches im Gehirn: Aufgrund der Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn durch ein Blutgerinnsel oder eine Hirnblutung sterben in kürzester Zeit Nervenzellen ab. Schlaganfall-Symptome sind: extreme, plötzliche Kopfschmerzen (ggf. in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen), plötzliche Sprachstörungen, plötzliche Bewusstseinsstörungen, teilweise oder halbseitige Lähmung, Empfindungsstörungen sowie Gehschwierigkeiten.

Um im Notfall möglichst viel Gehirnsubstanz zu retten und die Folgen des Schlaganfalls klein zu halten, ist schnelles Handeln gefragt. Dasselbe trifft natürlich auch auf das Herzgewebe beim Herzinfarkt zu.

Risikofaktoren können im Labor frühzeitig erkannt werden!

Wichtige Laborwerte bei Verdacht auf Gefäßerkrankungen

Cholesterin (HDL, LDL, oxidiertes LDL), Triglyceride, Hämatokrit, HbA1c, CRP, Omega-3-Index, Lipoprotein(a), Homocystein, Fetuin-A, PLACTest, ADMA, Vitamin D3(25OH), Nitrostress, antioxidative Kapazität, Neuro-Spot-Test, Fibrinogen.

Auf folgende weniger bekannte Werte möchte ich näher eingehen:

Oxidiertes LDL-Cholesterin resultiert aus der oxidativen Umwandlung des LDL-Cholesterins und wirkt ähnlich wie Lipoprotein(a), indem es das Potenzial der Entspannungsfähigkeit der Gefäßmuskulatur, v.a. der Koronararterien, blockiert. Schützend wirken 1000 mg Vitamin E pro Tag, die das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung um ca. 40% reduzieren.

Lipoprotein(a) fördert Arteriosklerose sehr stark. Leider ist es auch genetisch bedingt, inwieweit man schon in jungen Jahren hohe Werte aufweisen kann. Gleichzeitig erhöhte Werte von Lipoprotein(a) und LDL-Cholesterin steigern das Arteriosklerose-Risiko um das 5-fache. Frauen kommen oftmals erst nach der Menopause mit steigenden Werten in Berührung. Senkend wirken hochdosierte Vitamin-C-Infusionen (Pascoe), Inositol und Omega-3-Fettsäuren.

Homocystein Erhöhtes Homocystein wirkt toxisch auf die Gefäße und führt u.a. zur Vermehrung glatter Muskelzellen in der Gefäßinnenwand. Fibrin kann nicht ausreichend abgebaut werden. Es kommt zur LDL-Oxidation und vermehrten Bildung von Leukozyten, Thrombozyten und Lipoprotein(a). Die Bildung von Wasserstoffperoxid (H2O2) wird übermäßig angeregt, die von Stickstoffmonoxid (NO) unterdrückt. Um entgegenzuwirken, empfehlen sich z.B. Vasologes S und ein Vitamin B-Komplex mit Folsäure.

Fetuin A Erhöhte Fetuin-A-Werte steigern das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt um das 3-bis 4-fache. Es begünstigt Entzündungsprozesse und die Entwicklung von Arteriosklerose. Daneben fördert es Insulinresistenz, Diabetes und Übergewicht, da es Adiponektin hemmt, einen Botenstoff aus den Fettzellen, der maßgeblich an der Steuerung des Stoffwechsels, der Insulinsensitivität und dem Schutz des Herz-Kreislauf-Systems beteiligt ist.

PLAC-Test misst den Parameter LP-PLA2 (Lipoproteinassoziierte Phospholipase A2), der in arteriosklerotischen Plaques nachweisbar und nur bei vaskulären Entzündungen erhöht ist. Es handelt sich um einen rein kardio- und zerebrovaskulären Entzündungsmarker.

ADMA ist die Abkürzung für Asymmetrisches Dimethylarginin. Während aus der Aminosäure Arginin im Organismus Stickstoffmonoxid (NO) produziert wird, das eine gefäßerweiternde Wirkung entfaltet und über Hemmung der Thrombozytenadhäsion und -aggregation, sowie Radikalbildung in Gefäßwand und Zellproliferation auch in anderen Bereichen Gefäßverschlüssen vorbeugt, zeugen stark erhöhte ADMA-Werte vom Gegenteil: Das Risiko für Gefäßerkrankungen steigt!

Bei folgenden Erkrankungen lässt sich ein starker bis sehr starker Anstieg der ADMA-Konzentration beobachten: Arteriosklerose, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, erektile Dysfunktion, Herzinsuffizienz, Leberversagen, Hyperhomocysteinämie, Hypertonie.

Möglicherweise führen hohe ADMA-Spiegel zur NO-Inaktivierung und damit zur Förderung arteriosklerotischer Gefäßveränderungen. Sie sind ein Warnzeichen und bedürfen einer Behandlung zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall. Unter Gabe von L-Arginin wird die NO-Produktion angeregt, sodass arteriosklerotische Gefäßveränderungen zurückgedrängt werden können. Die Gefäßweitstellung wird verbessert, und damit die Durchblutung und der Blutdruck.

Vitamin D3 und Calcium gehören zur Basistherapie von Osteoporose, erhöhen aber auch das Risiko für Arteriosklerose und damit für Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Unverzichtbar für die Rückbildung von Arteriosklerose ist Vitamin K2 (z.B. von k2-medical care, m.E. wirksamste Bioverfügbarkeit). Vitamin K2 aktiviert Osteocalcin und führt zur Einlagerung von Calcium aus dem Blut in die Knochen. So verhindert K2 die „unerwünschte Nebenwirkung“ Arteriosklerose. Bei bestehender Arteriosklerose unterstützt K2 den Abbau der calciumreichen Ablagerungen in den Gefäßen.

Nitrostress gibt Auskunft über die verstärkte Bildung des Radikals Stickstoffmonoxid, das mit Sauerstoff schnell zu Nitrit und Nitrat reagiert. Nitrosativer Stress führt zu ATP-Verlust mit Schwächung der Nerven-, Muskel-, Herzmuskel- und Immunzellen, chronischem Energiemangel, gestörtem Fettstoffwechsel, erhöhter Histaminbildung, gesteigerten Entzündungsreaktionen (erhöhte CRP-Werte), verminderter Entgiftungsreaktion, Glutathionabbau, Anstieg von Homocystein und oxidativem LDL-Cholesterin sowie zur Reduktion von Serotonin, Tryptophan und Melatonin.

Eine übermäßige Radikalbildung wird durch psychische und physische Stressoren ausgelöst. Hierzu gehören auf psychischer Ebene z.B. Angst und Sorgen, plötzliche heftige oder chronische Belastungssituationen (ob im Beruf oder privat). Auf der körperlichen Ebene sind v.a. eine allgemein ungesunde Lebensweise (Bewegungsmangel, Fehlernährung, fehlende Regeneration), Umweltgifte und andere Toxine zu nennen.

Stressoren regen über das zentrale Nervensystem Nebennierenmark und -rinde zur verstärkten Ausschüttung von Hormonen an, die u.a. den Blutdruck in die Höhe treiben. Stress lässt auf Dauer Cholesterinwerte ansteigen, führt zu Stoffwechselstörungen mit vermehrtem Bauchfett, drosselt die Immunabwehr und endet womöglich in einer Nebennierenrindenerschöpfung mit Burnout in der Langzeitperspektive oder mit Herzinfarkt und Schlaganfall als Blitzgeschehen.

Allgemein gilt es, die auslösenden Stressoren möglichst zügig abzustellen oder zumindest zu minimieren. Ist der Stress chronisch und liegen bereits neuroendokrine Störungen vor, reicht dies allein nicht aus. Hier muss die Therapie sehr individuell erfolgen. Der Neuro-Spot-Test ist in diesem Fall sehr hilfreich (s.u.).

Antioxidative Kapazität Weist der Parameter einen zu geringen Wert auf, zeigt dies, dass mangelnder Schutz vor freien Radikalen besteht. Als essentielle Nährstoffsubstitution wären hier u.a. zu empfehlen: Vitamin C und E, Glutathion, Betacarotin, Zink, Selen, Q10, Ubichinon, Alpha-Liponsäure, Omega- 3-Fettsäuren und Magnesium.

Neuro-Spot-Test Überlastungssymptome und mangelnde Stressbewältigung äußern sich z.B. durch: Burnout, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, AD(H)S, Depressionen, Schlafstörungen/Apnoe, Reizbarkeit, Angst, Müdigkeit und Erschöpfung, Antriebslosigkeit bis hin zur Lethargie, Infektanfälligkeit, PMS, verminderte Libido, Adipositas, Sucht (Heißhunger auf Süßes etc.), Obstipation, Diarrhoe, Reizdarm, Bluthochdruck, Tachykardie, Migräne, Schmerzen, Fibromyalgie. Dieser Test bestimmt die Stressbelastung des Körpers inkl. des neuroendokrinen Systems mittels Speichelprobe. Parameter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, DHEA-S, Cortisol, GABA und Glutamat gehören dazu.

Fibrinogen Ein erhöhter Fibrinogen-Spiegel führt zur Beeinträchtigung der Fließeigenschaften des Bluts, d.h. zu Gerinnungsprozessen und einer gesteigerten Thrombozytenverklebung. Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren wirken dem entgegen. Syntrival (Wörwag Pharma), ein Spezialextrakt aus der Tomate, ist ein hochwirksamer Blutverdünner, der den Blutfluss unmittelbar reguliert.

Erhöhte Fibrinogenwerte zeigen sich z.B. im Dunkelfeldmikroskop als Filite (Fäden) im Blut und weisen auf dickes, übersäuertes Blut hin – besonders wenn richtiggehende Filitnester vorliegen. Hier sind immer Rückschlüsse auf das Herz zu ziehen, Patienten berichten dann oft auch von Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche, Rhythmusstörungen und Bluthochdruck. Im schlimmsten Fall besteht die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall. Als Basismaßnahme steht hier die Gewebeentsäuerung an.

Aus der Praxiserfahrung erscheint Mucokehl (Fa. Sanum) als sehr effektives Präparat zur Verbesserung der Fließeigenschaft des Blutes und der Durchblutung allgemein – es ist auch als ausgezeichnetes Herzmittel bekannt. Formasan (Ameisensäure) wirkt ebenfalls unterstützend im Hinblick auf die Auflösung der Filitnester. Citrokehl verbessert die Sauerstoffverwertung des Blutes. Sanuvis (rechtsdrehende Milchsäure) wirkt der Gewebeübersäuerung entgegen.

Bei keiner Therapie sollte die Unterstützung der Ausscheidungsorgane vergessen werden: Niere (z.B. mit Urologes), Leber (z.B. mit Hepaloges), Lymphe (z.B. mit Lymphdiaral), Magen/Darm (z.B. mit Fortakehl). Bei starker Übersäuerung eignen sich zusätzliche Infusionen mit Natriumhydrogencarbonat 8,4% (Köhler Pharma) mit 500ml NaCl oder oral in Form von Alkala N Basenpulver (Sanum Pharma).

Jess LombardJess Lombard
Heilpraktikerin, Dozentin, Unternehmensberaterin in der Gesundheitsbranche

Jess.Lombard@web.de

Foto: © kwanchaift / fotolia.com

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