|
Eins nach dem anderen
Obwohl sein Zivildienst bei der Diakonie in Tecklenburg schon lange vorbei ist, besucht Marc Grawunder "seine" Leute noch. "Ab und an schaue ich bei einem jungen Epileptiker in meinem Alter vorbei. Und ich war immer wieder bei einer geistig topfitten Hundertjährigen im Altenheim. Leider ist sie kürzlich gestorben." Der Paracelsus-Schüler für Psychotherapie ist eine treue Seele. Ihn interessiert einfach, was in den Menschen vorgeht und was sie formt. "Man kann mich nicht hinter einen Bankschalter stellen. Aber ich falle nicht in die Kategorie Psycho" wehrt sich der Musik- und Videofan, der auch mal gerne in ein Konzert oder in die Disko geht. Als "soft" und betulich will er auf keinen Fall abgestempelt werden. Vor allem, da er jetzt in den Startlöchern für eine völlig neue Etappe steht.
Marc hat ein bisschen suchen müssen, bis er sich für die psychologische Ausbildung in der Paracelsus-Schule Osnabrück eingeschrieben hat. Seine Eltern sind heilfroh über diese Wahl. "Nach Abitur und Zivildienst habe ich Pädagogik studiert und wollte Lehrer für Deutsch und Englisch werden. Doch der Lehrerberuf war einfach nicht das Richtige. Also ließ ich mich für das Psychologie-Studium auf die Warteliste setzen und besuchte die frei zugänglichen Veranstaltungen. Aber da gab es nur Statistik und Mathematik, absolut nichts für mich." Inzwischen hat der kumpelhafte Westfale die einjährige Ausbildung bei Paracelsus abgeschlossen. Es fehlt nur noch die Prüfung. Und die bereitet ihm ein wenig Bauchschmerzen. "Der schriftliche Teil wird schon klappen. Da kann ich mich mit einem Thema beschäftigen und dann eine Arbeit darüber schreiben. Wahrscheinlich nehme ich einen Fall aus der Suchtberatung."'
Auf das mündliche Examen bereitet sich Marc gerade intensiv vor. Manche Stunden, die er im letzten Jahr versäumt hat, weil er beim Paketdienst oder als Zeltaufbauer jobbte, holt er jetzt nach. Außerdem lernt er mit seinen Mitschülern. Die haben ihn schon gefragt, ob er mit ihnen zusammen eine Praxis aufmachen will. Denn sie sind der Meinung, dass er sich wunderbar in andere Menschen einfühlen kann. Es würde ihnen Spaß machen, mit dem fürsorglichen Kollegen zu arbeiten. Aber das muss sich der Liebhaber von Geschichts- und Wissenschaftsbüchern alles noch überlegen. "Zur Sicherheit brauche ich auf jeden Fall einen festen Job. Zusätzlich würde ich gern anderen helfen, bis ich selbst mehr Erfahrung habe. Momentan geht aber die Prüfung vor. Eins nach dem anderen." Zwischendurch sorgt sich der Tierfreund noch um seinen Hund. Der achtjährige Labrador namens Rio läuft wegen seiner Arthrose im Bein ziemlich schlecht.
Was er sich für das neue Jahr wünscht? - Da hat Marc einiges vor: Zum einen freut er sich, beruflich die ersten Schritte in die Selbstständigkeit zu unternehmen. Und er will mitsamt seinen 500 gesammelten Videos bei seinen Eltern ausziehen. Er hat schon eine Wohnung in Aussicht. Toi Toi Toi!
Marc Grawunder
Vidumstr. 16
49492 Westerkappel
Geb. 1974 in Osnabrück
Tel: 0172-5213694
Paracelsus-Ausbildung:
- Heilpraktiker für Psychotherapie
|