Natur- und Erlebnispädagoge

Berge, Wälder, Wiesen, Seen – die Natur ist ein unerschöpflicher Quell positiver Lebensenergien. Auch Großstadtkinder (und ihre Eltern) möchten ihren natürlichen Bewegungs- und Erlebnisdrang spielerisch ausleben. Der Natur- und Erlebnispädagoge führt sie aus ihren starren virtuellen Welten hinaus und zurück in die Natur. Dort werden sie optimal gefordert und gefördert. Beweglichkeit, Sinne, Gefühle, Wahrnehmung und Kreativität werden angeregt durch gesteuerte Aktivitäten, Rituale, Spiele, Abenteuer und soziale Interaktion. Der Natur- und Erlebnispädagoge gibt neue Orientierung zur Persönlichkeitsentwicklung und mehr Erfolg in Schule und Beruf. Die berufsbegleitende Ausbildung vermittelt die psychologisch didaktischen Grundlagen für die Gruppenarbeit und eine Menge Vorschläge zur Gestaltung der Events.

Ausbildungsinhalte

1. Natur erleben, erfahren und verstehen

  • Naturstandorte beobachten und “lesen”
  • Tiere im Wald: Spuren und Stimmen
  • Die Geheimnisse der Blätter
  • Tasten, Hören, Riechen, Schauen, Schmecken
  • Bäume, Landschaften und verschieden Wälder und ihre Besonderheiten
  • Heilpflanzen, essbare und giftige Pflanzen
  • Dunkelheit und Vollmondnächte als Erlebnisraum
  • Steine, Erden, Waldboden
  • Wald und Natur im Jahreslauf

2. Pädagogische Grundlagen

  • Fordern, überfordern, unterfordern
  • Psychische und motorische Entwicklung des Kindes
  • Altersgemäße Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Sinnespflege
  • Wahrnehmung der einzelnen Kinder und Jugendlichen auf der Basis der kognitiven, motorischen, sozialen und sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten unter Einbeziehung der Temperamentenlehre
  • Herausarbeiten einer aufmerksamen Sicht auf die Kinder und Jugendlichen, um die persönlichen und individuellen Entwicklungsspielräume zu erahnen und anzuregen.

3. Pädagogische Ansätze und alternative Konzepte

Ideen und Anregungen für Natur- und Erlebnispädagogische Veranstaltungen werden entsprechend den alter– und entwicklungsmäßigen Möglichkeiten vorgestellt und besprochen. Viele davon werden auch praktisch durchgeführt, um auf die Situation des Gruppenleiters vorzubereiten.
– 0-3 Jahre
– 3-7 Jahre
– 7-12 Jahre
– 12-15 Jahre

Es wird ebenfalls thematisiert, was die Jugendlichen heute überwiegend vorfinden:
Erlebnisarmut und Funktionalität der Städte, d.h. de facto so gut wie keine Flächen, die sie frei und unentgeltlich nutzen können. Kaum Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten einzubringen in einer Form, die sie selbst auswählen und bestimmen können. Wenig Möglichkeiten für aktive und kreative Prozesse, mit denen sie innere Zufriedenheit und eine Erweiterung der eigenen Kompetenzen durch das eigene Tun erleben können. Stattdessen eine ausgeprägte Tendenz zum Rückzug in Computer, Medien, Mode etc oder Vandalismus und Brutalität im öffentlichen Raum.

4. Die Räume der Natur – und Erlebnispädagogik

  • Ruheorte und Brachen in der Stadt
  • Freiflächen mit Aneignungspotential in der Stadt
  • Stadtränder und Übergangszonen in Stadtnähe
  • Nah gelegene Waldgebiete und Wälder
  • Temporär nicht oder wenig genutzte Flächen

5. Körperbetonte Erlebnisse

  • Experimente mit Gleichgewicht und Fliehkraft
  • Tänzerische Elemente
  • Elemente der Zirkuspädagogik
  • Zentrieren und die eigene Mitte finden
  • Altersgemäße Geländespiele
  • Klettern, Springen, Schaukeln. Balancieren
  • Fallübungen, um Verletzungen zu vermeiden

6. Besondere Rahmenbedingungen in der freien Natur

  • Orientierung im Gelände mit Karte und Kompass
  • Übernachtungen planen, vorbereiten und durchführen lernen
  • Über den Umgang mit Feuer
  • Funktionelle Kleidung
  • Jagdzeiten, Jäger und brüchige Hochsitze
  • Wetterwechsel und Sturm
  • Wildschwein, Habicht, Reh und Fuchs – und andere Waldtiere
  • Von Joggern, Hunden und anderen Waldbewohnern
  • Dunkelheit und Nacht im Wald

7. Der Wald vor der Haustür – Gestaltung eines Waldtages für verschiedene Altersgruppen

  • Vorbereitung und Organisation
  • Inhalte und Themen
  • Was machen bei Regen?
  • Kleidung, Essen, Material, Werkzeug usw.

8. Bauen und die Arbeit mit den Händen

  • Unterstände im Wald
  • Lichte Holzhütten
  • Einen Spielplatz im Wald selbst kreieren
  • Seilkonstruktionen und Knotentechniken
  • Fixieren und Spannen von Seilen
  • Handwerkliche Fähigkeiten entwickeln:
  • Schnitzen und Umgang mit dem Messer
  • Baumkunde
  • Bogenbau und Pfeilherstellung
  • Werkzeuge selbst herstellen
  • Bau von Fackeln
  • Klangspiele aus Naturmaterialen
  • Blasinstrumente aus Naturmaterialien
  • Einfache Holzspielzeuge

9. Erlebnispädagogische Ansätze für die Arbeit in geschlossenen Räumen:

  • Altersgerechte Präsentation von Märchen, Geschichten, Fabeln
  • Arbeiten mit der Stimme
  • Die Welt der Farben
  • Entspannungstechniken für verschiedene Altersgruppen
  • Modellieren und Gestalten, Malen und Collagieren

10. Rechtliche Grundlagen

Um Handlungssicherheit in der Durchführung und Organisation von natur – und erlebnispädagogischen Maßnahmen und Veranstaltungen zu erreichen, werden die Teilnehmer in den folgenden Themen geschult:

  • Wem gehört der Wald? Vom Umgang mit Besitzern und Förstern.
  • Versicherungsschutz für Gruppen, Leiter, Begleitpersonen
  • Jugendschutzbestimmungen/Gesetz
  • Rechtliche Absicherung einer Veranstaltung

11. Erste Hilfe

  • Sicherheit im Umgang mit möglichen auftretenden Situationen als Voraussetzung für verantwortungsvolles natur- und erlebnispädagogisches Handeln:
  • Notfälle bei Waldaufenthalten
  • Unterkühlung/Vergiftung/Verbrennung
  • Insektenstiche
  • Wundversorgung
  • Psychische Erste Hilfe
  • Wissensvermittlung an die Gruppe
  • Erstellen einer Notfallapotheke
  • Homöopathische Erste Hilfe

12. Kommunikation

Bausteine aus der systemischen Therapie, Aspekte der TZI / Themenzentrierter Interaktion, bewährte Lösungsstrategien nach Steve de Shazer, Techniken der Gesprächsführung nach Rogers und Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg bieten Ihnen erprobte Gesprächstechniken für Einzel- und Gruppenleitung.
Sie erhalten somit eine bewährte Grundlage, um folgende Prozesse bewältigen zu können:

  • Kommunikationsstrukturen in der Gruppe erkennen und leiten
  • Zielgruppenspezifische Konzepte entwickeln lernen
  • Projektplanung: inhaltliche Planung, Werbung
  • Organisation und Delegation der Veranstaltung und ihrer Teilbereiche
  • Gezielt und authentisch kommunizieren und führen
  • Rollenspiel
  • Krisenmanagement in der Gruppe

Der theoretische Unterricht findet in den Räumen der Paracelsus Schulen statt.
Teile der Ausbildung finden in nahe gelegenen Waldgebieten oder geeigneten Flächen im Freien statt. Die An- und Abfahrt dorthin wird nach Absprache mit der Gruppe von den Teilnehmern eigenverantwortlich organisiert und durchgeführt.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Text und Konzeption:
Dipl.Soz.paed./HP Brigitte Stapp-Bretsch und Dipl.Ing. Dietmar Bretsch, Gärtner, Landschaftsarchitekt und Waldorfpädagoge

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