
EIN GANZHEITLICHER ANSATZ ZUR LINDERUNG VON SCHMERZEN UND VERBESSERUNG DER MOBILITÄT
Eine Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) kann die Lebensqualität Betroffener erheblich einschränken. Deshalb ist eine möglichst frühzeitige Therapie wichtig, um das Schmerzgeschehen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. An dieser Stelle eröffnet die wissenschaftlich fundierte Befeldungstherapie ein großes Potenzial für Patienten.
ÜBERBLICK
Eine Gonarthrose ist durch einen voranschreitenden Knorpelabbau im Kniegelenk gekennzeichnet, der mit verschiedenen Symptomen einhergeht. Im Verlauf nimmt die Intensität von Degeneration und Beschwerden zu, v. a. wenn eine frühzeitige Behandlung ausbleibt.
URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN
Das Risiko für die Entwicklung einer Kniearthrose steigt mit dem Alter und wird weiter verschärft, wenn Übergewicht und Adipositas hinzukommen. Der Grund: Ein zu hoher BMI kann, wie Leistungssport oder schwere körperliche Arbeit auch, zu einer Überbelastung des Kniegelenks führen. Darüber hinaus kommen Verletzungen, z. B. von Meniskus oder Kreuzband, sowie Fehlstellungen des Knies als Ursache infrage.
SYMPTOMATIK
Die Erkrankung macht sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar: Hauptsächlich entstehen Schmerzen sowie entzündliche Schwellungen, welche mit der Zeit Gelenksteifigkeit und z. T. deutliche Einschränkungen der Beweglichkeit nach sich ziehen können. Beuge- oder Streckbewegungen, etwa Treppensteigen oder Aufstehen aus Liege- oder Sitzposition, fällt den Betroffenen immer schwerer.
Während ein weicher Knorpel für Stadium I charakteristisch ist, entwickelt sich bei fortschreitender Erkrankung nach und nach eine raue Knorpeloberfläche (Stadium II). Hinzu kommen Knorpelrisse, die im weiteren Verlauf bis zum Knochen reichen können (Stadium III). Im finalen Stadium IV erreichen die Schmerzen und der Leidensdruck jener Patienten ihren Höhepunkt, da es zu einem vollständigen Knorpelabbau mit freiliegendem Knochen kommt.
HERKÖMMLICHE BEHANDLUNG
Für übergewichtige sowie adipöse Patienten ist zuallererst ein effizientes Gewichtsmanagement grundlegend, um das Kniegelenk nicht zusätzlich zu belasten. Neben physiotherapeutischen Behandlungsansätzen zählen auch operative Eingriffe, Injektionen (etwa mit Hyaluronsäure und Cortison zur Verbesserung der Gelenkschmierung) und die Medikation mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkstoffen zu den konventionellen Therapiemöglichkeiten.
Aus dem Spektrum integrativmedizinischer Methoden haben sich Akupunktur und Osteopathie bewährt. Hilfsmittel, z. B. spezielle Schuheinlagen oder Orthesen, und antientzündliche Salben oder Gele gehören zu den risikoarmen Behandlungsoptionen. Allerdings zeigen diese Maßnahmen in späteren Stadien nur unzureichenden Therapieerfolg und eignen sich eher zur unterstützenden Anwendung.
Da Spritzen ins Kniegelenk, Medikamente, arthroskopische bzw. chirurgische Eingriffe sowie Gelenkersatzoperationen teilweise mit deutlichen Nebenwirkungen und zusätzlichen gesundheitlichen Risiken einhergehen können, rücken alle Potenziale der gut verträglichen Befeldungstherapie zunehmend in den Fokus.
HOCHFREQUENZ-MAGNETWECHSELFELDTHERAPIE
Die Hochfrequenz-Magnetwechselfeld-Therapie (HM-Therapie) ist eine nicht-invasive, schmerzfreie Methode, das als innovatives Behandlungskonzept die körpereigenen Selbstregulationskräfte aktivieren soll. Basis des therapeutischen Zugangs bei Patienten mit Kniegelenksarthrose ist ein Ansatz mit spezifisch moduliertem Frequenzspektrum im Bereich von 150 MHz (Hochfrequenz-Zell-Resonanztherapie). Magnetfeld-Therapie zur Behandlung von Gonarthrose induziert nachweislich verschiedene gesundheitliche Effekte, die sich gegenseitig vernünftig unterstützen. Im Mittelpunkt des therapeutischen Erfolgs steht eine effiziente Linderung akuter sowie chronischer Schmerzen des Bewegungsapparats, die in einer verbesserten Mobilität bei erhöhter Lebensqualität resultiert. Zusätzlich profitieren Patienten mit Arthrose von einer regenerativen Wirkung auf Knorpelebene.
EFFEKTE DER BEFELDUNGSTHERAPIE
Die folgenden Studienergebnisse beziehen sich auf die allgemeinen Wirkungen elektromagnetischer Felder:
Schmerzlinderung
Aus einem Review geht hervor, dass elektromagnetische Felder eine sichere, gut verträgliche und wirksame Methode zur Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparats darstellen. Die wissenschaftliche Arbeit zielte darauf ab, den Einsatz einer elektromagnetischen Therapie im Rehabilitationsbereich systematisch zu überprüfen, um die Wirksamkeit bei akuten und chronischen Schmerzen im Fall von Erkrankungen des Bewegungsapparats zu belegen.
Geweberegeneration
In einer anderen Wissenschaftsarbeit, welche die Ergebnisse doppelblinder, randomisierter und placebokontrollierter klinischer Forschungsarbeiten reflektierte, wurden weitere positive gesundheitliche Effekte beobachtet. Die Wirksamkeit elektromagnetischer Felder bei verschiedenen Erkrankungen wurde auf Basis von Studienmaterial computergestützt untersucht. Die Forscher konnten regenerative Effekte elektromagnetischer Felder auf die Knochenheilung, u. a. bei Arthrose, nachweisen. Zudem wurde angemerkt, dass es einen Zusammenhang zwischen einer längeren täglichen Anwendungszeit und positiven Effekten zu geben scheint.
Mobilitätsverbesserung
In Studien konnte bewiesen werden, dass eine Anwendung elektromagnetischer Felder entzündliche Prozesse hemmen, die Knorpelregeneration über Heilungsprozesse im Gelenk unterstützen und die Mobilität sowie das Wohlbefinden bei Arthrose verbessern kann.
Spezielle Effekte der HM-Therapie
Folgende wissenschaftlich ermittelten klinischen Zustandsverbesserungen bei erwachsenen Probanden mit Kniegelenksarthrose liefern Belege für deren Wirksamkeit:
Nachhaltige Schmerzreduktion
Verbesserung der Mobilität
Reduktion entzündlicher Prozesse
Rückgang des Kniegelenkergusses
Verbesserung der Durchblutung
Unterstützung der Knorpelregeneration

RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN
Personen mit aktiven (elektrischen) Implantaten müssen auf eine 150-MHz-Befeldung verzichten, da es zu Interaktionen zwischen den magnetischen Anteilen der medizinischen Geräte und den elektromagnetischen Wellen kommen kann.
Zu weiteren Kontraindikationen der MHz-Befeldungstherapie gehört eine Schwangerschaft, weil keine Studienergebnisse vorliegen, die gesundheitliche Risiken für werdende Mütter und das ungeborene Kind ausschließen.
HM-THERAPIE IN DER PRAXIS
Vor der Anwendung findet ein umfassendes Gespräch zwischen Therapeut und Patient statt, um Symptome detailliert zu erfassen. Die Erstellung eines individuellen Therapieplans soll einen optimalen Behandlungserfolg gewährleisten. Im Rahmen der Anamnese werden zudem mögliche Kontraindikationen besprochen.
Die HM-Therapie findet bekleidet und in bequemer Körperhaltung im Sitzen oder Liegen statt. Metallische Gegenstände (z. B. Schmuck, Uhren) sowie metallhaltige Kleidungsstücke müssen vor der Anwendung entfernt werden. Bevor die Befeldung beginnt, werden die Dauer, Modulation und Leistungsstufe der Magnetfeld-Therapie vom Therapeuten exakt bestimmt. Anschließend werden die Magnetfeld- Applikatoren auf das betroffene Areal, z. B. auf das Kniegelenk oder auf bestimmte Akupunkturpunkte, aufgelegt und mithilfe eines Klebebandes fixiert. Während der schmerzfreien Anwendung sollten sich die Patienten bestmöglich entspannen. Danach wird eine Ruhephase empfohlen, um die Selbstregulationsprozesse zu unterstützen und Regeneration zu fördern.
FAZIT
Die nicht-invasive Hochfrequenz-Magnetwechselfeld-Therapie auf Basis natürlich schwingender Magnetfelder in Form der Hochfrequenz-Zell-Resonanztherapie kombiniert zahlreiche Vorteile: Der Therapieansatz aktiviert die Selbstregulationskräfte, ist schmerzfrei und im Gegensatz zu klassischen Behandlungen nebenwirkungsarm.
Die Effekte der Magnetfeld-Therapie zeigen, dass es bereits zahlreiche Patienten gibt, die davon profitieren konnten. Aufgrund belegter schmerzlindernder, entzündungshemmender und regenerierender Effekte einer Befeldung bei Gonarthrose bietet die Hochfrequenz-Magnetwechselfeld-Therapie potenziell Aussicht auf zukünftige erfolgreiche Anwendungen bei weiteren Indikationen. Das gilt für chronische Entzündungen, Schmerzen des Bewegungsapparats oder auch Depressionen.
LITERATUR
Paolucci T et al.: Electromagnetic Field Therapy – A Rehabilitative Perspective in the Management of Musculoskeletal Pain. Journal of Pain Research; June 2020;13: 1385-1400.
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Pries W, Baumgart D (2006): Effektivität der Befeldungstherapie mit 150 MHz bei erwachsenen Patienten mit Kniegelenksarthrose. Auf: fleckenstein-natur.de/wp-content/ uploads/gonarthrose_pries.pdf







