FALLSTUDIE AUS DER NATURHEILKUNDLICHEN PRAXIS
Frau H., 60 Jahre alt, stellt sich in meiner Praxis vor und berichtet über heftige Schmerzen im rechten Fuß, die sowohl beim Laufen als auch unter alltäglichen Belastungen auftreten. Nach eigenen Angaben leidet sie seit dem 5. Lebensjahr unter diesen Beschwerden. Vor Beginn der Behandlung kann Frau H. kaum mehr als 50 Meter laufen, bevor die Schmerzen unerträglich werden (regelmäßig VAS 9-10).
ANAMNESE UND VORGESCHICHTE
Im Alter von 5 Jahren erlitt Frau H. ein schweres Trauma, als ihr rechter Fuß in den Rasenmäher ihres Vaters geriet. Vor 9 Jahren wurde im Rahmen einer Korrekturoperation eine Platte eingesetzt. Es folgten weitere operative Eingriffe. Während einer Reha kam es zum Bruch zweier Schrauben. Erst nach einer Operation im selben Jahr waren die Ärzte zufrieden und prognostizierten, dass sie ein Vierteljahr später mit Krücken an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könne.
Seit dieser letzten Operation ist Frau H. zunehmend besorgt und skeptisch, ob ihr Fuß jemals wieder vollständig heilen wird. Immer wieder treten Brustenge und Herzklopfen auf. Obwohl sie grundsätzlich gut ein- und durchschlafen kann, wacht sie morgens zwischen 6 und 7 Uhr mit Grübelgedanken sowie großen Sorgen wegen ihres Fußes auf. Ihre Grundstimmung sei niedergedrückt und ihr früherer Schwung fehle, erzählt sie. Sie fühle sich jedoch von ihren Freunden gut unterstützt, etwa indem sie zu Terminen gefahren werde.
Sportliche Aktivitäten (Schwimmen, Aquafitness, Gymnastik, Aerobic, Nordic Walking) hat sie weitgehend einstellen müssen und seitdem etwa 10 kg zugenommen. Wenn sie sich auf ihren Fuß konzentriert, verspürt sie in Ruhe Schmerzen von VAS 3-5. Im Bedarfsfall nimmt sie Ibuprofen, phasenweise kommt sie ohne Schmerzmittel aus.
BEFUND UND DIAGNOSE
Pseudarthrose des rechten Fußes bei Zustand nach Umstellungsosteotomie infolge kindlichen Traumas; Korrekturarthrodese des Chopart- und Lisfranc-Gelenks (medial und lateral)
Zustand nach Implantatentfernung mit verbliebenem Restmaterial
Eingeschränkte Abrollfähigkeit des rechten Fußes mit plantarem Spannungsgefühl medial
THERAPIE
Ich entwickle gemeinsam mit der Patientin einen Therapieplan, bestehend aus manuellen, faszialen Behandlungen und speziellen Dehnübungen. Dabei bearbeite ich v. a. die laterale Seite des operierten Bereichs mit faszialen Druckpunkttechniken und zusätzlich die Plantarfaszie, um Spannungen rund um die Operationsregion zu lösen. Ich überprüfe und korrigiere Beinlänge und Beckenstellung.
VERLAUF
Nach der ersten Behandlung verringern sich die Schmerzen beim Gehen von 100% auf etwa 40%. Sie kann deutlich besser auftreten. Frau H. kommt daraufhin zunächst wöchentlich – insgesamt für vier Sitzungen. Nach der zweiten Behandlung erhält sie ein Enzympräparat zur Förderung der Regeneration und Entzündungshemmung (KaRazym®, Fa. Volopharm), das sie über drei Wochen einnehmen soll. Zusätzlich zeige ich ihr Dehnübungen für die Wadenmuskulatur und Zehen, um Verklebungen der Fußsohle zu lösen. Zur Stabilisierung lege ich ein Achillessehnen-Tape an. Schließlich verordne ich das naturheilkundliche Präparat P-sta® spag. Peka (Fa. Pekana), um innere Anspannung und Grübelgedanken zu adressieren. Daraufhin berichtet die Patientin, dass sich ihr Schlaf deutlich verbessert habe und die Schmerzen kontinuierlich abnähmen.
Sie bekommt nach jeder Behandlung ein frisches Tape und führt die Übungen täglich durch. Im Laufe der Therapie verordne ich Vitamin C 1000 gepuffert zur Unterstützung ihrer Kollagenbildung und Weihrauchpräparate zur ganzheitlichen Förderung der Gelenk- und Knochengesundheit (beide Fa. Pure Encapsulations).
Zwei Jahre nach Beginn der Behandlung ist Frau H. vollständig schmerzfrei. Nach jahrelangem Leiden kann sie wieder in den Urlaub fahren, längere Strecken gehen, Städte zu Fuß erkunden und barfuß im Sand spazieren.

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STATUS QUO
Heute zählt Frau H. zu meinen Stammpatientinnen. Sie kommt nur noch gelegentlich zur Behandlung (ca. 1-2x jährlich), wenn sich leichtere Beschwerden zeigen, meist im Rücken- oder Kniebereich. Ihr rechter Fuß ist dauerhaft stabil und nahezu beschwerdefrei. Sie ist überglücklich, wieder ein gutes Leben führen und sich frei bewegen zu können. Ihre Übungen führt sie weiterhin regelmäßig durch, besucht Aquafitness-Kurse und betreibt mit Freude Sport.
FAZIT
Schmerz ist ein einfaches körperliches Signal – aber er beeinflusst das gesamte Leben eines Menschen. Durch gezielte, ganzheitliche Therapie kann selbst langjähriges Leiden spürbar gelindert werden. Der vorgestellte Fall zeigt, wie eng körperliche Heilung und seelisches Wohlbefinden miteinander verbunden sind. Ich freue mich sehr über diesen Therapieerfolg. Trotz der schwierigen Ausgangslage haben wir gemeinsam ein hervorragendes Ergebnis erzielt.



