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Paracelsus Magazin Ausgabe 04/2026

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Tierheilkunde

Erstellt: 3. August 2026Aktualisiert: 16. Oktober 20264 Minuten

Pankreatitis bei der Katze

Fallstudie aus der tierheilkundlichen Praxis

Fallstudie aus der tierheilkundlichen Praxis

Der 9-jährige Kater Henry wird mir mit Durchfall, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Trägheit vorgestellt. Seinen Kot beschreibt die Besitzerin als hellbraun und glänzend. Sie erzählt, dass Henry zunehmend viel schlafe und sich sehr warm anfühle. Beim Laufen ziehe der Kater seinen Rücken hoch. Berühren des Bauches gingen mit Schmerzen einher. Seit zwei Tagen fresse er so gut wie nichts mehr. 

Anamnese

Henry ist Freigänger. Er wird mit Feucht- und Trockenfutter versorgt. Impfungen werden regelmäßig durchgeführt, ebenso 3x im Jahr eine Entwurmung. Auf Nachfrage hinsichtlich der Lebenssituation berichtet die Besitzerin, dass es seit einiger Zeit viele laute Streitigkeiten und einen Umzug gegeben habe. Henry erfährt somit gerade großen Stress. Aufgrund der genannten Symptome und Umstände vermute ich eine Erkrankung des Verdauungssystems. 

Allgemeine Untersuchung

Henrys Pflegezustand ist gut, sein Ernährungszustand normal. Allerdings wirkt er stark angespannt und zeigt allgemeines Unwohlsein. Seine Körpertemperatur liegt bei knapp 40 °C (Fieber!). Die Mundschleimhaut wirkt blass. Die Lymphknoten fühlen sich normal an. Herz und Lunge sind beim Abhören unauffällig, wohingegen im Magen-Darm-Bereich Geräusche vernehmbar sind. Die Bauchmuskulatur ist angespannt, das Abtasten des Bauchraums verursacht sichtlich Schmerzen – Henry schreit bei der Untersuchung. 

Diagnose

In der Zusammenschau gehe ich von einer akuten Pankreatitis aus. Diese entsteht meist infolge von Entzündungsgeschehen im Bereich von Leber oder Dünndarm. Im akuten Fall können wechselnde Durchfälle auftreten. Der Kot ist fettig, glänzend, wird von Tag zu Tag heller und nimmt an Volumen zu. Nach zwei Tagen kann dunkles Blut enthalten sein. 

Zur Bestätigung meiner Diagnose überweise ich an einen Tierarzt, damit u. a. Entzündungs- und Leberwerte sowie die Immunreaktivität der Pankreaslipase im Serum (f-PL = feline pancreatic lipase immunoreactivity) ermittelt werden. Ebenso sind Röntgen- und Ultraschallaufnahmen essenziell, um das Ausmaß des Schadens zu objektivieren und die zugehörigen Organe (Magen, Leber) zu visualisieren. 

Therapie

Aufgrund seines Zustands bekommt Henry zügig einen Termin in einer Tierklinik. Ultraschall und Blutlabor bestätigen meine Diagnostik. Der Tierarzt versorgt den Kater mit einer Infusion und einem Analgetikum. Er erhält ein Mittel gegen Übelkeit, da Katzen nicht fasten dürfen, weil dies zu anderen schwerwiegenden Problemen, u. a. einer hepatischen Lipidose (Fettleber), führen kann. Unter den Medikamenten fängt Henry langsam wieder an, zu fressen. Sein Futter sollte jetzt darmschonend sein sowie hochwertige Proteine und einen moderaten Fettanteil enthalten. Über den Tag verteilt dürfen mehrere kleine Portionen angeboten werden, z. B. fettarmes gedämpftes Rind-, Kalboder Lammfleisch, gedämpfter Fisch, mit Wasser zubereiteter Kartoffelbrei, gedünstete Karotten, alles ungewürzt. Alternativ kann Gastro-Futter gegeben werden. 

Ganzheitliche Empfehlungen

Unterstützend bekommt Henry über 14 Tage täglich ein Viertel des Inhalts einer Kapsel Vitamin B12 (Fa. Pure Encapsulations), danach 3x wöchentlich ein Drittel Kapselinhalt. Solange der Kot noch flüssig ist, werden 3x täglich 5 Globuli Podophyllum D6 gegeben. Eine Viertel Ampulle Pankreas suis-Injeel (Fa. Heel) wird 2x pro Woche direkt ins Maul oder über das Futter verabreicht. Zusätzlich kann 2x täglich OPC TERRAKRAFT® Trinkextrakt (Fa. Terracraft/Hecht Pharma) angeboten werden. Die Bach-Blüte Holly soll weiter beruhigen (3x täglich 3 Tropfen ins Maul). Rescue-Tropfen (3x täglich 3 Tropfen) werden 2x täglich direkt über dem Nabelchakra einmassiert. 

Dies für ca. 14 Tage, je nach Befinden auch länger. Henry soll darüber hinaus für ein paar Tage im Haus bleiben, damit er sich wieder erholen kann. Jede Aufregung soll vermieden, Streichel- und Kuscheleinheiten dürfen intensiviert werden, damit sich wieder seelische Balance einstellen kann. Wenn der Kater es zulässt, bekommt er nach Möglichkeit 3x täglich warme Leibwickel (maximal 40 °C). 

Ich empfehle auch der Besitzerin, eine gewisse Zeit lang die Notfalltropfen einzunehmen, damit sie nicht als „Stressüberträgerin“ fungiert. 

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Verlauf

Mit diesem Therapieregime und viel Zuwendung von seiner Familie erholt sich Henry innerhalb einiger Tage relativ gut. Er frisst wieder kleine Portionen und ist weitgehend schmerzfrei. Noch in der ersten Woche wird eine Kontrolluntersuchung beim Tierarzt durchgeführt. Diese zeigt bereits rückl.ufige Bauchspeicheldrüsenwerte. Auch die Ultraschalluntersuchung bestätigt einen Entzündungsrückgang. 

Die Schmerzmittel werden ab jetzt nur noch bei Bedarf gegeben. Diätfutter soll Henry noch für weitere vier Wochen bekommen – ebenso die Bach-Blüten und 2x wöchentlich Reiki. Bis auf Weiteres soll Pankreas suis-Injeel 2x wöchentlich wie gewohnt verabreicht werden, vom OPC TERRAKRAFT® Trinkextrakt 2x täglich 1 Teelöffel. 

Status quo

Henry bekommt anfangs 2x wöchentlich eine Reiki-Anwendung in aller Ruhe zu Hause. Danach mache ich im 14-tägigen Abstand Kontrollbesuche und passe die Heilmittelverordnung einschließlich Fütterungsplan an. 

Fazit

Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die Zusammenarbeit von Schulmedizin und Naturheilkunde von großem Nutzen für ein Tier sein kann. Das naturheilkundliche Konzept wird Henry fortlaufend darin unterstützen, einer erneuten Reizung und Entzündung der Bauchspeicheldrüse vorzubeugen. 

Ute Böhm

Ute Böhm

Tierheilpraktikerin mit mobiler Praxis, Schwerpunkte: Klassische Homöopathie, Mykotherapie, Aromatherapie und Reiki

tierkommunikation-anima-mea@web.deAlle Beiträge von Ute Böhm

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