
In den letzten Jahren sind postvirale Symptomenkomplexe (u. a. postvirale Müdigkeit) pandemiebedingt deutlicher in den Fokus von Öffentlichkeit sowie Wissenschaft gerückt. Doch sie existieren schon länger und stehen nicht nur im Zusammenhang mit Corona-Viren. Leider kommt es derzeit häufig sehr vorschnell zu COVID-bezogenen Diagnosestellungen (z. B. Long- oder Post-COVID-Syndrom). Umso wichtiger ist es, diese komplexen Krankheitsbilder differenzialdiagnostisch von anderen Ursachen abzugrenzen. Im diesem Artikel gebe ich Einblicke in das Thema postvirale Müdigkeit und stelle im Sinn eines ganzheitlichen Herangehens entscheidende Differenzialdiagnosen vor.
DEFINITIONEN
Als „postvirale Müdigkeit“ bezeichnet man eine nach einer überstandenen Virusinfektion persistierende oder neu auftretende Müdigkeit oder Erschöpfung, wodurch Betroffene dauerhaft beeinträchtigt und in ihrer Leistungsfähigkeit zum Teil massiv eingeschränkt sein können. Ursächlich können nicht nur Corona-Viren sein, sondern auch Influenza-, HIV-, Herpes-, Hepatitis-, FSME- und verschiedene tropische Viren (z. B. Zika). Bei Corona-Erkrankungen schätzt man, dass etwa 10% aller Betroffenen später an Long- oder Post-COVIDErscheinungen leiden.
Für die Diagnose „postvirale Müdigkeit“ dürfen die Symptome nicht auf eine andere Erkrankung zurückgeführt werden können. Es herrscht aber schon hinsichtlich der Begrifflichkeiten in der Literatur nicht immer Einigkeit. So sollte etwa „Fatigue“, eine anhaltende körperliche, seelische oder geistige Erschöpfung aufgrund diverser chronischer Beschwerden und deren Grunderkrankungen (z. B. Tumore, Anämien), weiter differenziert werden: Eine „postvirale Fatigue“ meint die in diesem Artikel beschriebene Müdigkeit, während das „postvirale Fatigue-Syndrom“ einen umfassenden Symptomenkomplex mit sich bringt und mit dem chronischen Fatigue-Syndrom (CFS/ME) verglichen werden kann. Hierbei handelt es sich um ein separates Krankheitsbild, welches das Leben der Betroffenen langfristig stark beeinträchtigen kann.
SYMPTOMATIK
Abhängig von Infektionsdauer und -schwere kann der Ausprägungsgrad einer postviralen Müdigkeit, v. a. bei Long- und Post-COVID-Syndromen, die Art der Symptome maßgeblich mitbeeinflussen. Beschwerden können unterteilt werden in körperliche, emotionale und kognitive: Körperlich kann es neben einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit, Schwäche- und Erschöpfungsgefühlen zu Gliederschwere, muskulärer Kraftlosigkeit, vegetativen Auffälligkeiten (z. B. Schwindel, Kopfschmerzen), Gelenkbeschwerden und rasch auftretender starker Müdigkeit kommen. Auf der emotionalen Ebene können sich u. a. Antriebslosigkeit, Vermeidungsverhalten (bzgl. körperlicher Anstrengung), Ängste, emotionaler Rückzug, Traurigkeit, Frust und Aggressionen aufgrund der Unfähigkeit zur Aufgabenbewältigung zeigen.
Im kognitiven Bereich sind z. B. nachlassende mentale Leistungsfähigkeit, Wortfindungs- und Konzentrationsstörungen sowie verminderte geistige Flexibilität möglich.
URSACHEN UND DATENLAGE
Bis heute wissen Forscher und Mediziner nicht vollumfänglich, wodurch es zu postviralen Erscheinungen nach Ausheilung des eigentlichen Infektes kommt. Bisherige Ergebnisse zu den Vorgängen beim chronischen Fatigue-Syndrom könnten eventuell Hinweise auf die Genese postviraler Müdigkeit geben: Demnach sind die Produktion von Autoantikörpern und Missverhältnisse in der Gefäßregulation wesentliche Störfaktoren im Krankheitsgeschehen des CFS. So wurden spezifische Autoantikörper entdeckt, die gegen Strukturen im zentralen Nervensystem, Enzyme des Renin-Angiotensin-Systems oder verschiedene Rezeptoren der Körperzellen kämpfen. Stärkere Ausprägungen eines CFS oder postviralen Fatigue-Syndroms könnten ihre Ursachen in Gerinnungsstörungen des Blutes, dem langfristigen Aufenthalt von Viren im Körper, die sich immer wieder zurückziehen, oder infektionsbedingten Gewebeschäden haben.
Eine gesicherte wissenschaftliche Datenlange ist zum aktuellen Zeitpunkt noch immer kaum gegeben, was sich hoffentlich in den nächsten Jahren ändern wird.
DIFFERENZIALDIAGNOSTIK
Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung sollte auch bei der Vermutung auf postvirale Müdigkeit an verschiedene Differenzialdiagnosen gedacht werden. Neben einer umfassenden Anamnese und bereits vorliegenden Befunden können Blutuntersuchungen weitere Auskünfte über die aktuellen Vorgänge im Körper geben. Nachfolgend eine Auswahl:
Leber- und Nierenleiden
Die Bedeutung von Leber und Nieren als wesentliche Entgiftungsorgane ist unbestritten. Bei massiven Müdigkeits- und Erschöpfungserscheinungen darf ihre Rolle nicht unterschätzt werden. Können sie ihren Aufgaben nicht mehr optimal nachkommen und lagern sich schleichend Giftstoffe im Körper ab, sinkt das Energieniveau. Gerade die Leber kann, wenn sie beeinträchtigt ist, Müdigkeitserscheinungen mit sich bringen. Das multifunktionale Stoffwechselorgan kann jedoch lange kompensieren, weshalb sich eine Überlastung anfangs unspezifisch mit Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Fettunverträglichkeit, Appetitlosigkeit, vermehrtem Schwitzen oder Frieren zeigt. Zu den häufigsten Lebererkrankungen zählen die chronische Hepatitis, Gallensteine, Fettleber, Leberzirrhose, Gelbsucht, Schäden durch Alkohol und Tumore.
Auch chronische Nierengeschehen sollten bedacht werden: Nimmt die physiologische Filterfunktion ab, so reichern sich Abbauprodukte im Blut an und werden nicht mehr über den Urin ausgeschieden. Führen diagnostische Überlegungen zu den Nieren, sollten entsprechende Symptome berücksichtigt werden, z. B. Verfärbungen von Haut und Nägeln, Ödembildung, häufiges Wasserlassen, vermehrter Druck beim Wasserlassen, ungewöhnlich dunkle Farbe des Urins, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Zu den häufigsten Erkrankungen der Nieren zählen die chronische Niereninsuffizienz (Organschwäche), Nierensteine, -zysten und -krebs.
Endokrinologische Störungen
Verschiedene Störungen im Hormonsystem können Ursache für anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung sein, weshalb der Status wichtiger Hormone geprüft werden sollte. Folgende Möglichkeiten müssen bedacht werden:
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Die Schilddrüse kann bei Müdigkeit und Erschöpfung durch ihre Beteiligung an vielen Körpervorgängen ein wichtiger Player sein. Produziert sie nicht genügend Hormone, verlangsamt sich der Stoffwechsel, was Leistungsabfall, Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit und niedrigen Puls bewirken kann. Psychische Symptome, z. B. Depressionsneigung, Konzentrationsstörungen und Teilnahmslosigkeit, sind möglich.
Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison): Cortisol ist für die Regulierung von Energiestoffwechselprozessen verantwortlich, wodurch die Körperzellen aktiviert, der Blutzuckerspiegel erhöht und der Blutdruck hochgefahren wird. Aldosteron balanciert den Wasser- und Natriumhaushalt aus und hat eine herausragende Bedeutung für Blutdruck und Flüssigkeitsausscheidung. Morbus Addison ist durch eine stark reduzierte Produktion dieser Hormone charakterisiert. Als Symptome zeigen sich Müdigkeit, Erschöpfung, Braunfärbung der Haut und niedriger Blutdruck.
Diabetes mellitus: Starke Müdigkeit, Erschöpfung, intensiver Durst und Harndrang, vermehrte Muskelkrämpfe, abnehmende Sehkraft, trockene und empfindliche Haut, Schwindel sowie ein Wechsel zwischen Hungergefühl und Appetitlosigkeit können auf eine diabetische Stoffwechsellage hinweisen. Diabetes Typ 2 ist zwar als „Wohlstandskrankheit“ bekannt, kann jedoch auch durch eine Insulinresistenz entstehen. Hierbei reagieren die Insulinrezeptoren der Körperzellen zunehmend unempfindlich auf das Hormon Insulin.
Wechseljahresbeschwerden
Die Wechseljahre der Frau bringen durch den hormonellen Wandel komplexe Umgestaltungen mit sich, weshalb im entsprechenden Alter mittels Blutbefund auch die Sexualhormone überprüft werden sollten. Vor allem Veränderungen des Östrogenspiegels fördern ein Ungleichgewicht im Schlaf-Wach-Rhythmus. Nächtliche Hitzewallungen und damit verbundene Schlafstörungen können zu Müdigkeit, Erschöpfung und verminderter Leistungsfähigkeit führen. Ebenso kann ein Eisenmangel aufgrund verstärkter und häufigerer Blutungen Einfluss nehmen. Wechseljahresbeschwerden sind weit vielschichtiger und bedürfen einer umfassenderen Betrachtung. Dies würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wie lässt sich diese Lebensphase bei Männern einstufen? Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie und ebenso die Deutsche Gesellschaft für Urologie stellen klar, dass es keinen männlichen Wechsel vergleichbar mit dem der Frau gibt. Doch auch Männer ab dem 40. Lebensjahr erleben hormonelle Veränderungen, wenngleich diese viel langsamer vonstattengehen als bei Frauen. Die Abnahme des Testosteronspiegels kann mehr oder weniger starke Auswirkungen haben. Bei Männern sind neben Müdigkeit, Erschöpfung und Leistungsabfall auch Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Abnahme von Muskelmasse, sinkende Lust und eine erektile Dysfunktion möglich.
Depression und Burnout
Die Psyche darf nicht außer Acht gelassen werden – entsprechende Erkrankungen, z. B. Depression und Burnout, können mit Symptomen vergesellschaftet sein, wie sie bei postviraler Müdigkeit auftreten. Hierzu braucht es unbedingt den Austausch mit Ärzten, Psychotherapeuten oder Heilpraktikern für Psychotherapie.
Burnout wird als Syndrom eingestuft und ist seit Kurzem zu finden als ICD-10-Code Z73 (Probleme mit Bezug zu Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung) sowie als ICD-11-Code QD85 (Burnout). Ursachen können vielfältig sein, u. a. Mobbing, Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Leistbarkeit, hohe Erwartungen oder ungeklärte Befugnisse. Eine Abgrenzung zur Depression ist notwendig. Depression zählt zu den häufigsten und am stärksten unterschätzten psychischen Krankheitsbildern, was an ihren mannigfaltigen Ursachen und vielschichtigen Symptomen liegt. Als Ursache wird das Zusammenwirken genetischer, neurobiologischer, psychischer und psychosozialer Komponenten gesehen. Symptome können erhöhte Furcht, Niedergeschlagenheit, Interessensverlust, Antriebslosigkeit, massive Traurigkeit, Freud- und Hoffnungslosigkeit, Pessimismus und Müdigkeit sein. Betroffene leiden unter dem Unvermögen, ihren Alltag zu bewältigen und sind in ihrer Lebensgestaltung stark eingeschränkt. Im Gegensatz zum schleichenden Verlauf des Burnout-Syndroms kann eine Depression plötzlich auftreten.
Herz-Kreislauf-Krankheiten
Auch im Herz-Kreislauf-System kann die Ursache für zunehmende Müdigkeit und Erschöpfung liegen, weshalb v. a. (Belastungs-)EKG, Blutdruckkontrollen, Herzkatheter-Untersuchungen und eine Beurteilung entsprechender Laborparameter (Troponin, Laktat, CK-MB, BNP/NT-proBNP) erfolgen sollten. Blutfett-, Blutzucker- und CRP-Werte sollten beachtet werden, denn gerade eine chronische Herzinsuffizienz, die koronare Herzkrankheit (KHK) oder eine arterielle Hypotonie können ähnliche Beschwerden hervorrufen wie das Vorliegen einer postviralen Müdigkeit. Im Unterschied hierzu sind weniger kognitive Symptome zu finden, außer im höheren Lebensalter. Eine Vergesellschaftung mit dem metabolischen Syndrom darf im Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf- System nicht ausgeschlossen werden.
Anämien
Wie gewichtig im Zusammenhang mit postviraler Müdigkeit Labordiagnostik ist, zeigen Anämien. Formen gibt es unterschiedliche, und doch können sie sich in den Grundsymptomen ähneln: Schwindel, Blässe, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, erhöhter Herzschlag und Atemnot bei normaler körperlicher Betätigung. Anämien können aufgrund akuter sowie chronischer Blutungen auftreten, angeboren sein (z. B. Thalassämie, Sichelzellanämie) oder erworben werden (z. B. Leukämie, Blutbildungsstörungen). Bei Letzteren sind Eisen-, Vitamin-B12- und Folsäuremangelanämie am häufigsten. Die Diagnostik erfolgt über eine Blutuntersuchung (großes Blutbild), mit der v. a. eine Leukozyten-Differenzierung vorgenommen wird, aber auch Folsäure, Vitamin B12, die Werte des Eisenstoffwechsels sowie diverse andere Parameter (Blutbildung, Hämoglobingehalt, relativer Anteil unreifer roter Blutkörperchen) gemessen werden.
GANZHEITLICHER BEHANDLUNGSANSATZ
Die eindeutige Diagnose „postvirale Müdigkeit“ ist häufig nur schwer möglich, weil es noch immer an klaren Kennzeichnungen fehlt. Dennoch braucht es für Betroffene Hoffnung und Unterstützungsansätze, die wir in verschiedenen komplementärmedizinischen Bereichen bieten können. Je nach Beschwerdebild ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Personaltrainern, Heilpraktikern (für Psychotherapie), Osteopathen und Coaches vorauszusetzen. Wesentliche Bausteine eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes sind:
Naturheilkunde
Die Kräfte der Natur bieten nicht nur bei verschiedenen Müdigkeitserscheinungen und Erschöpfung vielfältige Hilfestellungen, sondern gehen auch tief auf die zugrunde liegenden Ursachen ein. Hier verdienen Stoffwechsel, Immunsystem und unser Darmmikrobiom Beachtung. Nach vorausgegangener Blutanalyse kann die Supplementierung verschiedener Vitamine und anderer Mikronährstoffe (z. B. Vitamine B, C, D und E, Magnesium, Eisen, Zink, Selen, Coenzym Q10, Glutathion) ins Auge gefasst werden. Auch Empfehlungen der Hildegard von Bingen oder von Sebastian Kneipp sowie die Gabe von Vitalpilzen, Schüßler-Salzen und spezifischen Phytotherapeutika können wertvolle Unterstützung bei postviraler Müdigkeit liefern. Nicht zuletzt bietet die Homöopathie der Erfahrung nach Abhilfe. Auf alle Fälle verlangt die Naturheilkunde eine ausführliche Anamnese und eine umfassende Stärkung des Gesamtsystems aus Körper, Geist und Seele.
Mentale Stärkung
Neben kognitiven Symptomen, die im Rahmen einer postviralen Müdigkeit auftreten können, sind emotionales Leid (Frust, Aggressionen) und Depression als Folge abnehmender körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit möglich. Daher kann eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auch auf diesem Gebiet wichtig sein. Verschiedene Coaching-Ansätze, um etwaige hinderliche Glaubenssätze abzuschwächen, Techniken aus der Hypnose (z. B. förderliche Visualisierungen, Anleitungen zur Selbsthypnose) und Impulse aus verschiedenen feinstofflich-energetischen Verfahren (z. B. Japanisches Heilströmen, Akupressur) können die mentale Ebene stärken. Eine Analyse des Tagesablaufs (Wann ist die Müdigkeit am stärksten?) und das Implementieren einfach umzusetzender Übungen für mehr Energie im Alltag kann eine wesentliche Ergänzung naturheilkundlicher Zugänge sein. Dazu zählen Maßnahmen aus dem Achtsamkeitstraining, um dem Körper und den eigenen Grenzen gegenüber wieder mehr Bewusstheit zu entwickeln. Auch die Schlafqualität oder die Selbsteinschätzung des Energiestatus während verschiedener Tagesphasen können Beachtung finden.
In Bewegung kommen
Wieder aktiv zu werden, fällt Betroffenen meist am schwersten – sowohl körperlich als auch kognitiv. Geringste Anstrengungen können einen heftigen Erschöpfungsschub auslösen. Bei manchen Menschen ist die Müdigkeit so intensiv, dass sie den größten Teil des Tages liegend verbringen. Dass Muskelmasse schwindet und das Gefühl für die körperliche Leistungsfähigkeit verloren geht, erscheint da wenig verwunderlich. Leider beginnt hier ein Teufelskreis, denn so wird Bewegung tatsächlich zunehmend beschwerlich. Hier sind Physiotherapeuten, Osteopathen und Ergotherapeuten gefragt, Betroffenen einfache Übungen zu zeigen, damit sie sich fit halten können. Selbst kleinste Aktivitäten (z. B. Blumen gießen, ein paar Schritte im Garten gehen, das Nehmen einiger Treppenstufen) können schon ausreichen – wichtig ist, dass der Impuls zur Bewegung nicht verschwindet. Neben Koordinations-, Kräftigungs- und Ausdauerübungen kann die geistige Imagination von Bewegung bedeutungsvoll sein.
Fehlt das „innere Bild“ von Beweglichkeit oder bestimmten Aktivitäten, lässt sich dies schwerer in Umsetzung bringen. Hier wird ersichtlich, dass und wie die verschiedenen Ebenen (körperlich, emotional, kognitiv) voneinander abhängig sind.
FAZIT
Noch immer steckt die Forschung zur postviralen Müdigkeit in den Kinderschuhen. Zu sehr wird das gesamte Ausmaß entsprechender Erscheinungen und deren Folge für Betroffene unterschätzt. Umso wichtiger ist es für uns Behandler, bei entsprechenden Beschwerden im Vorfeld eine Reihe anderer Krankheitsbilder auszuschließen, bevor wir der Symptomatik therapeutisch begegnen. Eine Kombination aus naturheilkundlicher Therapie, Mentaltraining und angepasster Bewegung kann wertvolle Unterstützung bei postviraler Müdigkeit bieten, sofern auf interdisziplinäre Zusammenarbeit gesetzt wird.

