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aus dem Paracelsus Magazin: Ausgabe 2/2011

Fallstudie aus der Tierheilpraktiker-Praxis: „Hot Spot“ beim Hund

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Patient: 11-monatiger Border Collie „Spike“

Anamnese

2011-02-Hotspot1Spike wird mit einer beeindruckenden Anamnese in meiner Praxis vorgestellt.

Seit seiner Welpenzeit bestand immer wieder Durchfall, die Tierärztin diagnostizierte zweimal Giardien (Parasiten) und einmal hämolysierende E. coli. Jedes Mal wurden Antibiotika verschrieben, bis die Kotuntersuchung im Alter von zehn Monaten ohne Befund blieb.

Einen Monat später wurde Spike von einem anderen Hund am Hals gebissen. Nach ca. drei Wochen machte sich eine Infektion in Form einer großen oberflächlichen Entzündung am Hals bemerkbar. Wieder wurde der Hund antibiotisch behandelt, sowohl lokal als auch systemisch.

Zehn Tage nach Beendigung der Antibiotika- Therapie bildete sich ein schokoladentafelgroßer neuer „Hot Spot“ (meist stark juckende und schmerzende, stinkende, nässende oberflächliche Wunde, die prinzipiell überall am Körper auftreten kann) am Rücken, der immer größer wurde. Die Wundfläche nässte und war sehr berührungsempfindlich. Die Bissstellen am Hals waren zu diesem Zeitpunkt (zwei Monate nach dem Biss) immer noch sichtbar. Außerdem fanden sich Ekzeme mit gelblichem Schorf im Bereich des linken Kniegelenkes. Die Tierärztin nahm bakteriologische und mykotische Abstriche und erstellte ein Antibiogramm. Als die ersten neuerlichen Antibiotikagaben keinen Erfolg zeigten, suchte die Besitzerin nach naturheilkundlichen Alternativen und kontaktierte mich.

Spike ist ein lebensfroher, aktiver, freundlicher Hund, dessen Besitzerin sehr viel mit ihm arbeitet und der (schon allein rassebedingt) sehr gelehrig ist. Bis auf den „Hot Spot“ befindet er sich in einem guten Allgemein- und optimalen Ernährungszustand.

Diagnose

Es zeigt sich eine Störung im Element „Metall“, die sich durch die immer wiederkehrenden Durchfälle und die pathologischen Kotbefunde äußert. Da das Metallelement nicht therapiert wurde, sondern die Symptome lediglich unterdrückt wurden, verlagerte sich die Symptomatik auf die Hautoberfläche. Das Unterdrücken der Ekzeme führt zum Aufbruch neuer Ekzeme an anderen Stellen. Die bisher vorhandenen Anlagen dieser neuen Ekzeme müssen nun hervorgebracht werden, damit sie nachhaltig abheilen können. Parallel dazu sollte der Darm entgiftet und saniert werden.

Therapie

Zuerst wird die Dermatitis behandelt und dann eine Entgiftung durchgeführt, da der Hund massiv medikamentös vorbehandelt wurde.

Spike erhält „Cutis comp.“ und „Coenzyme“ subcutan. Die Besitzerin wird darüber aufgeklärt, dass es aufgrund der Injektionen zum Ausbruch neuer Ekzeme kommen könnte und dass dies ein gewünschter Effekt sei.

Die offene Stelle am Rücken wird mit einem Dekokt von Radix tormentielle zwei Mal täglich mit einem Zerstäuber besprüht. Bei der Tormentillwurzel handelt es sich um eine Gerbstoffdroge, die die nässende Wundfläche trocknet und den Bakterien somit den Nährboden entzieht. Damit Spike nicht lecken kann, wird ihm ein Body angezogen, den er toleriert.

Drei Monate später erscheint Spike zur vereinbarten Nachuntersuchung und Entgiftung. Alle Ekzeme und Hot Spots sind restlos abgeheilt. Das Fell ist so weit nachgewachsen, dass man nicht mehr erkennen kann, wo sich die Hautveränderungen befanden. Die Besitzerin ist mit dem Therapieerfolg sehr zufrieden.

Nicole S. Kremling
Nicole S. Kremling
Tierheilpraktikerin
info@kremling.info

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